Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke.
- Julius Friedrich Cohnheim
- Date:
- 1914
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Credit: Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Hindurchziehen eines Fadens durch eine Stelle der Cornea ent- steht. Ich denke hierbei vor allem an jenen weißlichen, milch- glasfarhenen Hof, welcher sich, wie dies His vollkommen richtig beschrieben, in etwas schwankender, aber immer sehr kurzer Zeit — zuweilen schon nach 1—2, bei anderen Tieren erst in 6 — 8 Stunden und dar[66]über — um den Faden oder um den Substanzverlust entwickelt, und zuweilen nur sehr schmal bleibt, indes in manchen Fällen doch eine Breite in radiärer Richtung von 2 mm und mehr erreichen kann. Auch in betreff der mikroskopischen Beschaffenheit des weißlichen Hofes darf ich fast vollständig auf die Beschreibung und Abbildung verweisen, welche His auf S. 8 6 und Taf. IV, Fig. 5 seiner Beiträge von dem von ihm sogenannten „engeren Reizbezirk^‘ ge- geben hat; es fallen hier vor allem sehr sonderbare, geradlinige, z. T. recht lange, röhrenartige Bildungen auf, welche zahlreiche Kerne enthalten und dadurch oft ein perlschnurartiges Ansehen haben; dieselben sind größtenteils radiär gestellt, von dem Um- fang der durch den Faden usw. erzeugten Öffnung gegen die Peripherie der Cornea gerichtet, dabei aber kommt es nicht selten vor, daß viele nebeneinander liegende einen parallelen Verlauf innehalten und sich mit anderen schneiden und kreuzen, welche in tieferen Schichten des Gewebes gelegen sind. Auf diesen, aus so eigentümlichen und scheinbar fremdartigen Bil- dungen bestehenden Hof, der genau so weit in die Tiefe der Hornhaut geht, als die applizierte Verletzung, folgt nach außen eine breite gürtelförmige Zone, in welcher die Cornea voll- kommen durchsichtig ist und wo zwischen den vielen Hornhaut- körperchen kaum hier und da eine vereinzelte wandernde Zelle anzutreffen ist, und erst am Hornhautrande — in His „wei- terem Reizbezirke“ — trifft man dann wieder auf eine reichlichere Menge von Eiterkörperchen, die hier unmittelbar die Randgefäßschlingen umgeben; hat die Verletzung wirklich im Hornhautzentrum stattgefunden, so liegt dieser „weitere Reiz- bezirk“ immer in der schon oben betonten Stelle des Ansatzes vom M. rectus superior, wo die reichlichsten und größten Ge- fäße an die Cornea herantreten; ist es dagegen eine vom Zen- trum entferntere Stelle, die verwundet war, so sind es die dieser am nächsten gelegenen Gefäße, in deren Nachbarschaft die Infiltration des Gewebes mit Eiterkörperchen beginnt. Man sieht, die Übereinstimmung meiner Angaben mit denen von His kann nicht vollständiger gedacht werden.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29007793_0076.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)