Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke.
- Julius Friedrich Cohnheim
- Date:
- 1914
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Credit: Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![tropfiges Fett sich an einem Orte sollte gebildet haben, der vorher vollständig fettfrei war, und mit Notwendigkeit wird man darauf gedrängt, dieses Fett als von außen [68] herein- gekommen anzusehen. In der Tat braucht man nach der Quelle desselben nicht weit zu suchen. Im oberen inneren Winkel der Augenhöhle des Kaninchens liegt bekanntlich die mächtige Hardersehe Drüse, die ganz den Bau einer großen, zusammen- gesetzten Talgdrüse hat. Dementsprechend ist das Sekret, wel- ches diese Drüse hinter der Nickhaut in den Konjunktivalsack ergießt, ein öliges, und man kann niemals die spärliche Flüssig- keit untersuchen, welche im normalen Zustande die Conjunktiva bespült, ohne einige Fettkügelchen darin zu finden. Gerade wie nun beim Menschen auf Reizung der Cornea eine einfach wässerige Flüssigkeit von der Tränendrüse entleert wird, so ergießt auf denselben Reiz die Hardersche Drüse des Kaninchens Öl in den Konjunktivalsack. Sehr bald nach der Verletzung der Hornhaut nimmt die Menge des Fettes im Konjunktivalsack ganz gewaltig zu, und dieses Öl ist es eben, das durch den Lidschlag über die ganze vordere Fläche des Bulbus hinüber- gespült, in das Gewebe der Cornea eindringt, wo dasselbe eröffnet ist, und sich in die feinen radiären Risse fortschiebt, welche z. B. der durchgezogene Faden erzeugt hat. Hierin liegt nun der Schlüssel auch für die röhrenartigen Eiterzellenreihen. Denn in Wirklichkeit ist die Bildung des milchigen zentralen Hofes nicht der erste wahrnehmbare Effekt nach der Verletzung der Hornhaut, vielmehr geht dem immer, wie die Augenärzte seit Jahrhunderten festgestellt haben, eine lebhafte Dilatation und verstärkte Füllung, eine Injektion der Konjunktivalgefäße voran. Bei sehr reizbaren Tieren kann man schon 20—30 Minuten nach der Verletzung der Cornea eine starke Gefäßinjektion in der Conjunktiva auftreten sehen, die dann oft von einem starren ödem der Bindehaut begleitet wird, so daß selbst in einer Stunde sich eine vollständige Chemosis entwickeln kann; bei anderen, torpideren Individuen steigert sich nach der Verwundung ganz allmählich die Rötung in der Conjunktiva, und 4, selbst 6 Stunden und mehr noch können vergehen, ehe die Injektion eine gleichmäßige und dichte ge- worden. Hand in Hand mit dieser Injektion und Schwellung der Bindehaut geht aber immer das Auftreten von Eiterkörper- chen im Konjunktivalsack, und während das Sekret der normalen, blassen Conjunktiva nur ganz vereinzelte Lymphkörperchen ent-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29007793_0078.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)