Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke.
- Julius Friedrich Cohnheim
- Date:
- 1914
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Credit: Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![hält, steigert sich nach einer Verletzung der [69] Cornea die Menge derselben in mehr oder weniger kurzer Zeit in ganz enormer Weise. Hiermit ist dann aber auch sogleich das Signal gegeben für das Erscheinen der Eiterkörperchen in der Umgebung der verletzten Stelle, in der Hornhaut, und niemals sieht man hier früher Eiterkörperchen, ehe dieselben in einigermaßen reichlicher Menge den Konjunktivalsack erfüllen; sie dringen aus diesem durch denselben Mechanismus und zunächst auf demselben Wege in die Hornhaut ein, wie das 01, um allerdings weiterhin sich in die Bahnen der Saftkanälchen zu begeben. Mittelst dieser Auffassung begreifen sich alle, anscheinend noch so unerklär- lichen Vorgänge ganz einfach. Es erklärt sich, wie es kommen kann, daß man das eine Mal im engeren Reizbezirk nur Fett, ein anderes Mal nur die röhrenartigen Zellenreihen, und wieder ein anderes Mal beides nebeneinander trifft: denn die Vorgänge der Ölsekretion und der Produktion von Eiterkörperchen sind in der Conjunktiva an verschiedene, voneinander unabhängige Apparate gebunden; es erklärt sich, wie nach einem zentral applizierten Reiz, der nur nicht zugleich das Gewebe der Cornea eröffnet, wie z. B. der Kauterisation mittelst des Lapis, ein solcher zentraler Reizbezirk nicht entsteht, und erst dann die Eiterkörperchen in der Umgebung des Schorfes auftreten, wenn dieselben entweder von der Peripherie herangedrungen sind oder aber die Ablösung des Schorfes sich bereits eingeleitet hat; es erklärt sich endlich ohne Schwierigkeit, warum beim Frosch, der erstens eine Fett sezernierende Drüse nicht hat und bei dem zweitens, vermöge der verschwindenden Entwickelung einer Conjunktiva, eine Anhäufung von Eiterkörperchen in dem Raum zwischen Cornea und Nickhaut nie in bemerkenswerter Weise zustande kommt, ein solcher „engerer Reizbezirk“ sogleich nach einer Verletzung oder Mißhandlung der Hornhaut sich nicht ausbildet. Allerdings bin ich nun bis heute nicht in der Lage entscheiden zu können, ob und einen wie großen Anteil au dem Auftreten der Eiterkörperchen im Konjunktivalsack die Epithelien desselben haben, oder ob, was ja nahe genug liegt anzunehmen, auch für sie die Quelle allein in den Blutgefäßen zu suchen ist; immerhin aber wird jedermann jetzt zugeben, daß eine die Entstehung der Eiterkörperchen in der Hornhaut selbst negierende Auffassung in diesen scheinbar widersprechenden Verhältnissen eine neue Stütze gewonnea hat. [70] Dieser in der obigen Weise begründeten Lehre von der](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29007793_0079.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)