Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke.
- Julius Friedrich Cohnheim
- Date:
- 1914
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Credit: Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Geschichte der Keratitis werden, so hoffe ich, auch die Ophthal- mologen unbedenklich beitreten können. Nicht nur ist es den Augenärzten seit alters her geläufig, daß jede akute Keratitis mit einer Injektion der Konjunktivalgefäße einhergeht, ja be- ginnt, sondern man unterscheidet ja auch besondere Formen der Hornhautentzündung unter dem Namen der marginalen, der Randkeratitis, die ohne weiteres in der hier vorgetragenen Auf- fassung ihre Begründung finden, man weiß ferner, daß jede diffuse Keratitis bis zum Rand reicht und ganz gewöhnlich in der Nähe der normalen Randgefäße ihre größte Intensität zeigt; und ich erinnere vollends an die sogenannte büschelförmige Keratitis, bei der die vordringenden Gefäße immer, wie man sagt, „ein Exsudat vor sich herschieben“. Alsdann ist es ja möglich gewesen, die alltägliche Erfahrung, daß gerade um einen eingedrungenen Fremdkörper sich die eitrige Infiltration entwickelt, auf einfach mechanische Verhältnisse zurückzuführen. Wenn endlich die klinische Beobachtung ganz unzweifelhaft zeigt, daß das sogenannte torpide Hornhautinfiltrat ganz gewöhnlich mit einer Verfärbung an irgend einer beliebigen Stelle der Cornea beginnt, so darf doch auch hier die seit lange feststehende Er- fahrung nicht vernachlässigt werden, daß der häufigste Aus- gangspunkt dieser Affektion eine Verletzung der Hornhaut ist; ja, vielleicht gehört unter diese Kategorie auch ein großer Teil der übrigen Fälle bei Tränensackleiden, wo nur das Trauma, wie so leicht möglich, übersehen worden. Jedenfalls aber muß, bei dem Mangel jeder histologischen Untersuchung von frischen Fällen solcher Infiltrate, auch noch die Möglichkeit offen ge- halten bleiben, daß eine an einer Stelle der Hornhaut auftretende Verfärbung nicht immer auf einer Infiltration von Eiterkörper- chen beruht, sondern daß vielmehr irgendwelche Veränderungen im Interzellulargewebe oder irgendwelche nekrotisierende Pro- zesse vorliegen, zu denen erst die Eiterinfiltration als ein Sekun- däres hinzutritt. Und fürs zweite darf man, wenn man die Geschichte eitriger Infiltrate in der Hornhaut vom bloßen Auge würdigen will, nicht vergessen, daß über die ganze Ausdehnung der Cornea, ganz besonders die peripheren Teile, schon eine sehr große Zahl von Eiterkörperchen verbreitet sein kann, ohne daß dieselben deshalb für die makroskopische Betrachtung sich kund- geben, während ganz die gleiche Menge so[71]fort erheblich auffällt, sobald sie zusammenrücken und sich auf einen ganz kleinen Raum konzentrieren. Wie man sieht, läge noch keine](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29007793_0080.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)