Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke.
- Julius Friedrich Cohnheim
- Date:
- 1914
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Credit: Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![zusammenfassen: das eine ist hypothetisch, das andere bewiesen. Wenn aber jemand gegen diese Deduktion den Einwurf erheben sollte, daß es unmöglich scheine, die enormen Mengen Eiter- körperchen, welche bei einer akuten Phlegmone, einer Peritonitis produziert würden, lediglich auf die Gesamtmenge der im Blute kreisenden farblosen Körperchen zurückzuführen, so habe ich darauf mehreres zu erwidern. Für einmal unterschätzt man die Zahl der im Kreislauf des normalen Individuums befind- lichen weißen Blutkörperchen. Ich leugne es nicht, daß in einem aus der Ader gelassenen Tropfen Blut erst auf zirka 300—400 rote ein farbloses Körperchen kommt; aber dies ist nicht das Verhältnis, das innerhalb der Zirkulation selbst statthat. Wenigstens nur im Herzen und in den größeren Gefäßen, allenfalls in allen Arterien; in den kleinen Venen und Kapillaren dagegen ist die Menge der farblosen Elemente eine relativ viel größere_, und wenn das Blut aus der Ader gelassen wird, so fließen aus diesen die weißen Blutkörperchen nur zum geringsten Teil aus, sie kleben dort fest und werden, sozusagen, zurückgehalten. Man lasse ein Tier sich aus den durchschnittenen Halsgefäßen verbluten, immer wird man, wenn man vorsichtig einen an kleinen Gefäßen reichen Körperteil desselben unter das Mikroskop bringt, doch bestimmt in ihnen noch eine An- zahl farbloser antreffen, die nicht mit ausgeflossen sind; und ebenso ist es eine alte Erfahrung, daß, wenn man von der Aorta aus das Gefäßsystem eines Tieres mittelst Serum oder dergleichen auszuwaschen versucht, es ohne Schwierigkeit ge- lingt, die roten, niemals dagegen alle farblosen Blutkörperchen hinauszudrängen. Liegen demnach an sich schon die Verhält- nisse für die Emigration günstiger, als es nach den gewöhn- lichen Annahmen scheinen sollte, so kommt dazu noch ein anderer, entschieden viel wichtigerer Umstand. Es würde aller- dings die Zahl der in einem gegebenen Augenblicke innerhalb eines bestimmten Gefäßbezirkes befindlichen weißen Blutkörper- chen viel zu gering sein, um Material für eine irgend namhafte Anhäufung von Eiterkörperchen im Gewebe herzugeben; aber man darf hier nicht außer [74] acht lassen, daß durch den Blutstrom an den betreffenden Ort immer neue und neue Mengen farbloser Elemente geführt werden, die nun daselbst dem Schicksal der Exmission verfallen. Während dieser Zeit nun, die doch über Stunden und Tage sich auszudehnen pflegt, geht ununterbrochen die Neubildung farbloser Blutkörperchen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29007793_0083.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)