Untersuchungen über eine Methode combinirter Desinfection / N. Th. Gamaleïa.
- Gamaleia, Nikolai Fedorovich, 1859-1949.
- Date:
- 1911
Licence: In copyright
Credit: Untersuchungen über eine Methode combinirter Desinfection / N. Th. Gamaleïa. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
9/32 (page 9)
![Bereits vor vielen Jahren, während der Moi’^’enrüthv der Bacteriologie, wurden durch die klassischen Arbeiten von Tyndall, Pasteur, Koch und ihrer Schlihu* di(i Oriind- principieen der desinficinmden Wirkung holnu' feuchter und trockener Teinperatui- festgestellt. S])eciell Koch und Wolffhligelp bewiesen, dass trockene Ileissluft von 130—140 Grad alle Formen von Bacterieen tödtet, sell)st die für die damalige Zeit resistentesten (die Sporen des Milzbrandes und der Gartenerde), wenn man sie ihrer Wirkung 3 Stunden aussetzt, dass sie aber vollkommen der Fähigkeit beraubt ist, in das Innere von umgewandten Gegenständen einzudringen, h. d., sie hat ausschliesslich eine oberflächliche Wirkung. So war, zum Beispiel, die Innentemperatur eines Bündels von 19 wol- lenen Decken nach dreistündiger Einwirkung von Heiss- luft von 130- 140 Grad nur auf 35 Grad gestiegen. Ausserdem verdirbt die ^lehrzahl der zu desinficirenden Gegenstände, wenn sie 3 Stunden einer Temperatur von 130 -140 Grad ausgesetzt werden. Weitere Versuche von Koch, Gaffky und Löffler h zeigten, dass auch gefeuch- tete Luft oder Dampf, gemischt mit Luft, wie sie damals in Deutschland mit Hülfe des Xägelischen Topfes (nach dem Princip des Papinschen Kessels) angewandt wmalen, selbst bei 21/2 Atmosphären erhöhten Drucks keine zu- verlässige Sterilisation ergiebt. Gleichzeitig fanden diese Gelehrten, dass flüssiger Dampf ein sehr gutes Desin- fectionsmittel sei, da er rasch in die Tiefe eindringt und selbst die Sporen von B.mterieen tödtet. Andererseits hat Chamberland, ein Schüler und Mitarbeiter Pasteurs, nach- gewiesen, dass die Misserfolge von Koch und Anderen bei den Versuchen mit dem Papinschen Kessel auf die falsche Anwendung desselben zmdickzuführen sind. Im Gegentheil, im Papinschen Kessel lässt sich bei er- P Koch und Wolffhügel, Untersuchungen über die Desinfec- tion mit heisser Luft. (Mittheilungen aus dem kaiserlichen Gesundheitsamte. Rand 1,1881, Seite 301V 2) Koch, Gaffky und Löftier, Versuche über die Verwerth- barkeit heisser Wasserdämpfe zu Desinfectionszwecken. fMit- theilungen aus dem kaiserlichen Gesundheitsamte. Band I — 1881, Seite 322).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22449279_0011.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)