Lehrbuch der Histologie des Menschen : einschliesslich der mikroskopischen Technik / von A.A. Böhm und M. von Davidoff.
- Böhm, A. A. (Alexander A.), -1912
- Date:
- 1895
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Credit: Lehrbuch der Histologie des Menschen : einschliesslich der mikroskopischen Technik / von A.A. Böhm und M. von Davidoff. Source: Wellcome Collection.
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![Plexus choiuoidei. welche von den verbreiterten Enden der radiär gerichteten Gliazellenfortsät ze gebildet wird (Gliahülle oder Subpia). Das Septum longitudinale posterius des Rückenmarkes be- steht im Brusttheile ausschliesslich aus Gliaelementen, im Hals und Lenden- theile betheiligt sich am peripheren Theile desselben auch die Pia. Am Gehirne kommt es bekanntlich zur Bildung der Plexus chorio- idei, an deren Zusammensetzung sich auch das Pialgewebe betheiligt (Telae chorioideae). Sie bestehen aus zahlreichen Blutgefässen, welche vielfach ramifizirende, zottenartige Vorsprünge bilden und an ihrer Oberfläche Pflasterepithelien zeigen. Letztere sind als Fortsetzung des Ventrikelepithels zu betrachten und sind, wenigstens embryonal und bei niederen Thieren, flimmertragend. Die Telae und Plexus sind vom entwicklungsgeschichtlichen Standpunkte aus nichts anderes, als durch die Gefässe und Pia in die Ven- trikel vorgeschobene, auf eine einzige Epithellage (innere epitheliale Be- kleidung) reduzirte Gehirnwandung. Die Arachnoidea und Pia werden zusammen, im Gegensatz zur Dura mater (Pachymeninx), öfters als Leptomeninx bezeichnet. Nach den Schilderungen von Key und Ketzins sind die Grenz- lamellen der Hirnhäute durchbrochen, so dass der Subdural-, der Subarach- noideal- und der Pialraum in einer mehr oder weniger vollständig ausge- bildeten Kommunikation stehen. Nach den beiden genannten Autoren ver- binden sich die Subarachnoidealräume auch mit den Hirn Ventrikeln. Letzteres geschieht am Dache des vierten Ventrikels durch das Foramen Magendii, welches sicher nicht präformii't ist und wahrscheinlich durch Usur oder Re- sorption des Epithels der Pia der Ventrikelwand, als eine individuell erworbene Bildung entsteht. Da die Dura und Arachnoidea die Cerebrospinalnerven eine Strecke weit begleiten, so ist es verständlich, dass man vom Subarachnoidealraum auch die Lymphgefässe der Nasenschleimhaut (siehe diese) injiziren kann, [vergl. auch hierüber Key und Retzius]. I. Blutgefässe des Centralnervensystems. Was diese angeht, so begnügen wir uns hier nur mit folgenden Be- merkungen. Im Rückenmark dringen die Arterien, umgeben vom Pialgewebe (Bindegewebssepten) bis zur grauen Substanz vor, geben aber schon auf ihrem Durchgange durch die weisse Substanz mehrere Seitenzweige ab. Die KapiUaren sind in der grauen Substanz viel engmaschiger als in der weissen. Die perivaskulären Räume sind im ganzen Centrainervensystem von der Hirn- und Rückenmarksubstanz durch ein Epithelhäutchen, das](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21443890_0313.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


