Lehrbuch der Histologie des Menschen : einschliesslich der mikroskopischen Technik / von A.A. Böhm und M. von Davidoff.
- Böhm, A. A. (Alexander A.), -1912
- Date:
- 1895
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Credit: Lehrbuch der Histologie des Menschen : einschliesslich der mikroskopischen Technik / von A.A. Böhm und M. von Davidoff. Source: Wellcome Collection.
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![Glaskörper. Zellen ist gefässlos, ebenso die jenseits der Ora serrata liegenden rudimen- tären Retinaschiebten. Die Arterien der Retina anostomosiren miteinander nur vermittelst der Kapillaren (Endarterien) und nur in der Ora serrata giebt es gröbere venöse Anastomosen, [üeber den Bau der Gefässwand siehe Rückenmark.] F. Der Glaskörper. Der Glaskörper besteht aus einem ausserordentlich wasserreichen Gewebe mit sehr wenigen sessilen zelligen Elementen und aus einigen kon- stant zu findenden Leukocyten, welch' letztere aber nur an seiner Oberfläche, an Kontaktstellen mit der Retina, gelegen sind. Ausserdem kommen im ganzen Glaskörper, mit Ausnahme des Canalis hyaloideus seu Cloqueti dünne strukturlose Lamellen vor, welche besonders reichlich an der Peripherie und namentlich in der Gegend des .Corpus ciliare angetroffen werden. — Die äussere, nach der Retina zu gelegene Grenzmembran ist dicker und ist be- sonders fest an der Excavatio physiologica nervi optici und am Corpus ciliare mit der Membrana limitans int. retinae verbunden. An letzterem Orte ist die erwähnte Membran (Membr. hyaloidea) besonders fest mit den Epi- thelien der Pars ciliaris retinae verbunden. Zwischen die Ciliarfortsätze selbst dringt sie nicht ein, sondern läuft brückenartig über die Furchen zwi- schen den Fortsätzen hinweg. Es wird auf diese Weise zwischen zwei Ciliarfortsätzen und der Membr. hyaloidea ein Raum gebildet, Recessus camerae posterioris, d. h. jene Abtheilung der hinteren Augenkammer, welche zwischen den Ciliarfortsätzen der Iris, der Linse und dem Lig, Sus- pensorium lentis eingeschlossen ist; dieser Raum ist mit Humor aqueus ge- füllt. Auf der Höhe der Proc. ciliares löst sich die Membrana hyaloidea in eine grosse Zahl von Fasern auf, welche radiär in der Richtung der Linse verlaufen und mit der äusseren Lamelle der Linsenkapsel verschmelzen. Die- jenigen von ihnen, die von den Spitzen der Processus ciliares kommen, setzen sich am Aequator der Linse und an der benachbarten hinteren Partie der Linsenkapsel fest. Die Fasern hingegen, welche von dieser Membran zwi- schen den Ciliarfortsätzen entspringen, setzen sich an der vorderen Fläche der Linsenkapsel in der unmittelbaren Nähe des Aequators an. Die Ge- sammtheit dieser Fasern bildet die Zonula ciliaris oder das Lig. susp. lentis. Zwischen den eben erwähnten Fasern der Zonula und der Linse selbst ist ein ringförmiger septirter Kanal eingeschlossen, — der Canalis Petiti, der durch Oeffnungen in der Zonula in Kommunikation mit der vorderen Augenkammer steht.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21443890_0367.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


