Lehrbuch der Histologie des Menschen : einschliesslich der mikroskopischen Technik / von A.A. Böhm und M. von Davidoff.
- Böhm, A. A. (Alexander A.), -1912
- Date:
- 1895
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Credit: Lehrbuch der Histologie des Menschen : einschliesslich der mikroskopischen Technik / von A.A. Böhm und M. von Davidoff. Source: Wellcome Collection.
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![36i der M. ])asilans unterscheiden wir die gegen das Innere des Ductus cochlearis gerichtete Fläche als die cochleare, die andere, gegen die Scala Tympani sehende, als Tynipanale. Der Schichtung nach zeigt die Membr. basilaris 1. die M. basilaris propria, diese besteht a) aus radiär verlaufenden Fasern (Basilarfasern, Gehörsaiten); b) aus zwei dünnen Lagen homogener Sub- stanz, von welchen die tympanale dünner ist als die cochleare (letztere ist auch kernführend), und c) aus einer feinen, auf der cochlearen Seite ge- legenen Cuticula, von epithelialer Herkunft (s. u.); 2. die tympanale Beleg- schicht. Sie ist im jugendlichen Alter mächtig entwickelt, wird später dünner und lässt a) eine bindegewebige, als Fortsetzung des Periostes des tympanalen Theiles der Lamina spiralis ossea aufzufassende innere Lage, und b) eine flache zur Auskleidung des perilymphatischen Raumes der Scala tympani gehörende äussere Epithelschicht unterscheiden. In der Nähe des Labium tympanicum verläuft in der tympanalen Belegschicht ein Gefäss, das Vas spirale. Das oberflächliche Epithel des Limbus spiralis zwischen der Ansatz- stelle der Reissner'schen Membran und dem Labium vestibuläre ist ein flaches und bekleidet in kontinuirlicher Schicht die Gehörzähne und die da- zwischen befindlichen Thäler. — Das Epithel des Sulcus spiralis internus ist etwas höher. a) Das Corti'sche Organ. Im Gebiete des Labium tympanicum, des Limbus spiralis und des grösseren Abschnittes der anschliessenden M. basilaris ist das Epithel des Ductus cochlearis eigenthümlich modifizirt. Es stellt hier das Endausbreit- ungsgebiet des N. cochlearis dar und wird als Papilla spiralis oder als Corti'sches Organ bezeichnet, ist also ein Neuroepithel. Das Organon Corti kann in drei Abschnitte, die in radiärer Rich- tung von innen nach aussen auf einander folgen, gegliedert werden. Zum inneren Abschnitt gehören 1. die inneren Stütz- und 2. die inneren Hör- zellen; zum mittleren gehört der Corti'schen Bogen; zum äusseren 1. die äusseren Hörzellen und 2. die äusseren Stützzellen. Mit dem Corti'schen Organ stehen noch zwei Membranen cuticularen Ursprunges in Beziehung, die Lamina reticularis und die Membrana t e c t o r i a oder die Corti 'sehe Membran. Verfolgt man an der Hand der Fig. 244 das Epithel des Corti'schen Organs vom culcus spiralis internus an (in der Figur rechts), so sieht man, wie das erst flache Epithel sich wallartig erhebt, indem die Zellen höher werden. Es sind hier zwei Arten von Zellen zu unterscheiden, Stützzellen und innere Hör- zellen. Die Stützzellen folgen zunächst auf die flachen Zellen, werden von innen nach aussen allmählich höher und zeigen sich in 3—4 Reihen. An sie schliessen sich nach aussen die inneren Hörzellen an. Es sind cylindrische, basal etwas verdickte und abgerundete Elemente, ihr Kern ist basal gelegen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21443890_0384.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


