Lehrbuch der Histologie des Menschen : einschliesslich der mikroskopischen Technik / von A.A. Böhm und M. von Davidoff.
- Böhm, A. A. (Alexander A.), -1912
- Date:
- 1895
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Credit: Lehrbuch der Histologie des Menschen : einschliesslich der mikroskopischen Technik / von A.A. Böhm und M. von Davidoff. Source: Wellcome Collection.
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![Amitotische Kerntheilung. vorkommt und dadurch ausgezeichnet ist, dass die Anfangsstadien hier in Wegfall kommen, weil der Kern von Anfang an eine knäuelförmige Struktur besitzt. Die Längsspaltung und Längstrennung der Chromatinfäden erfolgt schon bei der ersten Spirembildung, darauf entsteht eine Phase, welche mit einer Sternfigur der gewöhnlichen Mitose verglichen werden kann, obwohl die freien Enden der Fäden hier nur sehr selten deutlich zur Beobachtung kommen. Dies rührt daher, dass die Enden der Fäden bei der Längsspaltung verbunden bleiben, oder, wenn eine gänzliche Trennung erfolgte, abermals verkleben. Auf diese Weise entstehen geschlossene Schlingen, die von Pol zu Pol ziehen („Tonnenform); später reissen die Fäden äquatorial und schreiten polarwärts zur Bildung des Tochtersternes, indem sie sich abermals verdoppeln. 2. Die Amitose. Von der indirekten Kerntheilung verschieden ist die sogenannte direkte Kerntheilung (Amitose), die nur selten normalerweise vorzukommen scheint und nur ausnahmsweise mit einer nachfolgenden Zelltheilung verbunden ist [vergl. auch Flemming (91.3)]. Durch diesen Prozess entstehen in den meisten Fällen mehrkernige Zellen, wie z. B. mehrkernige Leukocyten etc. Die komplizirten Kernfiguren der indirekten Theilung fehlen hier ganz: an einer Stelle schnürt sich der Kern ein und zerfällt in zwei Stücke; oft nimmt er vorher noch eine Ringform an (Lochkern) und zerfällt gleichzeitig in mehrere Fragmente, die zunächst unter einander verbunden bleiben (mehr- kernige Zellen); Centrosomen und Archiplasma sind hier ebenfalls vorhanden und scheinen sich am ganzen Vorgang rege zu betheiligen, obwohl die näheren Beziehungen zwischen Achromatin und Chromatin hier noch nicht ermittelt sind. D. Befruclitungsvorgang. Eine besondere Stellung innerhalb der Zellen überhaupt nehmen die Geschlechtszellen ein. Damit eine zur Embryonalentwickelung führende Theilung des Eies stattfinden kann, muss dasselbe befruchtet werden (eine Ausnahme hiervon bilden die sich parthenogenetisch entwickelnden Eier). Dieses geschieht durch die männliche Geschlechtszelle, das Spermatozoon (Sper- matosom). Dem Wesen nach besteht die Befruchtung aus einer Konjugation von zwei Zellen, wobei manche Eigenthümlichkeiten im Verhalten beider Geschlechtszellen erwähnt werden müssen. Wie das Ei, so auch die das Spermatozoon bildende Zelle durchlaufen gewisse der Befruchtung vorausgehende und sie bedingende Stadien. Vorausgreifend sei erwähnt, dass die Kerne beider Geschlechtszellen während der Vorbereitung zur Konjugation einen Theil ihres Chromatins einbüssen, der Art, dass sie](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21443890_0066.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


