Lehrbuch der Histologie des Menschen : einschliesslich der mikroskopischen Technik / von A.A. Böhm und M. von Davidoff.
- Böhm, A. A. (Alexander A.), -1912
- Date:
- 1895
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Credit: Lehrbuch der Histologie des Menschen : einschliesslich der mikroskopischen Technik / von A.A. Böhm und M. von Davidoff. Source: Wellcome Collection.
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![Ascaris megalocephala. zeigt nämlich die sich während der Vermehrung der Zelle abspielenden Vor- gänge in elementarster Weise. Die Genitalschläuche des Thieres werden nach dem Aufschlitzen der Kauchwand herausgenommen, die zahlreichen Windungen derselben nach Möglichkeit gestreckt und am Zweckmässigsten mit Pikrin-Essigsäure (kon- zentrirte wässerige Pikrinsäure wird mit zwei Vol. Wasser verdünnt und l^/o Eisessig hinzugefügt) 24 Stunden lang fixirt, mit Wasser 24 Stunden gewaschen und in allmählich verstärkten Alkohol übergeführt [Boveri (ibid.)]. Verschiedene Regionen der Schläuche enthalten verschiedene Ent- wickelungsstadien der Eier: die dem Kopf zunächst gelegenen enthalten die Reifung und die Befruchtung des Eies, die nächst hinteren Regionen die Furchungsstadien. An den sich furchenden Eiern können die Mi- tosen am besten studirt werden. Die in eben erwähnter Weise fixirten Schläuche mit Inhalt können in Stücken z. B. mit einer Boraxkarminlösung gefärbt werden. Nach der Färbung werden die Eier durch sanftes Ueber- streichen des Schlauches, etwa mit einer Nadel, auf einen Objektträger ent- leert, mit einem Deckglas bedeckt und durch allmähliches Zusetzen vou Glycerin geklärt. Die Eier resp. die Furchungskugeln sind sehr klein und der Beobachtung mit stärksten Linsen zugänglich. Trotz der Kleinheit der Objekte und des zwar sich bei dieser Behandlung nicht färbenden, aber wegen seines Glanzes die Beobachtung doch störenden Dotters zeigen diese Objekte die mitotische Kerntheilung mit am klarsten. 122. Bestimmte Behandlungsweisen lassen in Zellen und im Kerne eigen- thümliche „Granula wahrnehmen. Die letzteren sind besonders von Altmann (94, 1. Aufl.) studirt und beschrieben worden. Die Methoden, die er dabei in An- wendung bringt, sind folgende: Die einem eben getödteten Thiere entnommenen Organ Stückchen werden in einer Mischung gleicher Volumina einer 5 ^/o igen wässerigen Lösung von Kalium-Bichromat und einer 2°/oigen Lösung der Ueberosmiumsäure 24 Stunden lang fixirt, dann in fliessendem Wasser mehrere Stunden gewaschen und successive mit Alkohol von 75°/o, 90®/o und 100 ^/o behandelt. Dann wird in eine Mischung von Xylol 3 Th. und absoluter Alkohol 1 Th,, dann in reines Xylol und aus diesem in Paraffin übertragen. Die in Paraffin eingebetteten Stücke müssen nicht dicker wie 1—2 fi geschnitten werden. (Altmann klebt nach folgender Methode auf: eine ziemlich konzentrirte Lösung von Kautschuk in Chloro- form (das sogenannte Traumaticin der Pharmakopoe — 1 Vol. Guttapercha in 6 Vol. Chloroform gelöst) wird für den Gebrauch mit dem 25 fachen Volumen Chloroform verdünnt und die so verdünnte Lösung über einen Objektträger gegossen, abgetropft und nach dem Verdunsten des Chloroforms über der Gasflamme stark erhitzt. Auf solche im Vorrath gehaltene Objekt- träger kommen die Paraffin schnitte und werden mit einer Lösung von Schiess- baumwolle in Aceton und Alkohol angepinselt (2 g Schiessbaumwolle in 50 ccm Aceton gelöst und hiervon 5 ccm mit 20 ccm absolutem Alkohol verdünnt). Nach](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21443890_0074.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


