Lehrbuch der Histologie des Menschen : einschliesslich der mikroskopischen Technik / von A.A. Böhm und M. von Davidoff.
- Böhm, A. A. (Alexander A.), -1912
- Date:
- 1895
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Credit: Lehrbuch der Histologie des Menschen : einschliesslich der mikroskopischen Technik / von A.A. Böhm und M. von Davidoff. Source: Wellcome Collection.
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![ein zweischichtiges Epithel vortäuschen können. Kommt eine dritte Zeile hinzu, so wenden die Elemente der letzteren ihre dünneren Enden der basalen und äusseren Fläche des Epithels zu, welche dann zwischen den Enden anderer Zellen liegen. Treten eine vierte, fünfte oder auch noch mehrere Zeilen hinzu, so ergeben sich Komplikationen, welche leicht aus dem Verhalten des zwei- und dreizeiligen Epithels abgeleitet werden können. Solche mehrzellige Epilhelien tragen in der Regel Flimmern (Epithel des Kehlkopfes [mit Ausnahme des Epithels der wahren Stimmbänder etc.], der Trachea und der Bronchien bis zu den Bronchiolen u. s. w.). 2. Mehrschichtige Epithelien. Geht die Vermehrung der Zellen des mehrzelligen Epithels weiter, so können nicht mehr alle Zellen desselben mit der Basalmembran in Verbindung bleiben: die oberflächlich gelegenen Elemente trennen sich von derselben, wodurch erst das Epithel zu einem mehrschichtigen wird. Da nicht alle Zellen an der Basalmembran befestigt sein können, so bedürfen die in der Mitte der Schicht gelegenen zu ihrer Fixirung eines besonderen Apparates. Dieser wird dadurch hergestellt, dass die Zellen die bereits schon erwähnten Stacheln (s. p. 58) entwickeln (Stachel- oder Riff- zellen), vermöge welcher sie sich fest untereinander verbinden. Es ist wohl selbstverständlich, dass die Zellen des mehrschichtigen Epithels nicht alle gleichmässig von Seiten des unterliegenden Bindegewebes ernährt werden können; für die mittleren und äusseren Schichten ergeben sich hier Schwierigkeiten. Begreiflich ist es ferner, dass die tieferen Lagen in besseren Ernährungszuständen stehen, als die übrigen Zellen, daher ver- mehren sie sich lebhafter und liefern Zellen, die in dem Maasse in die mittleren Schichten einrücken, als die oberen Zellen absterben und abge- stossen werden. Man kann also sagen, dass die Proliferation der mehr- schichtigen Epithelien in den basalen Zellen ihren Hauptsitz hat. a) Mehrschichtiges Plattenepithel. Das mehrschichtige Plattenepithel mit oberflächlichen platten Zellen bildet die Epidermis mit ihren Fortsetzungen in das Innere des Körpers, also die Wandung der Mundhöhle und des Oesophagus, das Epithel der Conjunctiva, der Scheide, die äussere Haar- wurzelscheide etc. Die Zellen der basalen Lage sind hier meistens kubisch-cylindrisch; darauf folgen je nach dem Orte Fi-. 27. des Vorkommens eine oder mehrere Lagen von poly- Schema eines mehrscMch- edrischen Zellen, die sich nach der Oberfläche zu Plattenepithels. allmählich abplatten. Die alleräussersten Schichten bestehen aus ganz dünnen Plättchen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21443890_0081.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


