Lehrbuch der Histologie des Menschen : einschliesslich der mikroskopischen Technik / von A.A. Böhm und M. von Davidoff.
- Böhm, A. A. (Alexander A.), -1912
- Date:
- 1895
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Credit: Lehrbuch der Histologie des Menschen : einschliesslich der mikroskopischen Technik / von A.A. Böhm und M. von Davidoff. Source: Wellcome Collection.
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![Isolationsmethoden. findet darin eine Menge isolirter Pflasterepithelzellen, die einzeln und zu kleinen Gruppen in der Speichelflüssigkeit suspendirt sind. Man sieht in der im Uebrigen verhornten Zelle ohne Weiteres den Zellenkern und um ihn einen kleinen granulirten Protoplasmahof. 126. Will man isolirte Epithelzellen aus anderen Organen zu Gesicht bekommen, so behandle man die zu isolirenden Epithelfetzen oder ganze Epithel- schichten mit den sogenanntenIsoIirungsflüssigkeiten. Zu diesen gehören: 1. Jodserum, 2. sehr verdünnte Osmiumsäure, l°/oo oder Vs^'oo, 3. sehr schwache Chromsäurelösungen, etwa 1 auf 5000 Wasser, 4. ^/2''/oo oder 1 °/oo Kalium- oder Ammoniumbichromicum-Lösungen und vor allem der sogenannte 1/3 Alkohol von Ran vi er (28 Vol. Alkohol abs., 72 Vol. dest. Wasser). Alle diese Flüssigkeiten wendet man in der Weise an, dass man auf kleine frische Epithelstücke eine geringe Menge der Isolationsflüssigkeit (wenige Kubikcentimeter), je nach der Temperatur und der Beschaffenheit des Epithels 12—24 Stunden lang einwirken lässt. Haben die Isolationsmittel ge- nügend eingewirkt, so ist es ein Leichtes durch Schütteln oder Zupfen mit Nadeln die Zellen vollständig zu isoliren. Man nimmt diese Isolation ent- weder in der Isolationsflüssigkeit selbst oder in einer sogenannten indifferenten Flüssigkeit vor [s. T. 13]. Im letzteren Falle ist eine Nächfärbung zulässig, indem man beispielsweise zu der indifferenten Flüssigkeit Pikrokarmin zusetzt, das Ganze mit einem Deckglase bedeckt und nach vollzogener Färbung die Farbe etwa durch Glycerin substituirt. Dieselben Isolationsmethoden dienen auch zur Isolation der Flimmerepi- thelieu. 127. Die Flimmerbewegung kann man bei Säugethieren an mit Skalpell abgeschabten Fetzen, z. B. des Trachea-Epithels, welche man in einer indifferenten Flüssigkeit untersucht, sehen. Da die Flimmerepithelien der Säuger sehr empfindlich sind, so empfiehlt es sich, wenn man längere Zeit hindurch die Flimmerbewegung studiren will, Flimmerepithelien der Gaumen- schleimhaut des Frosches zu entnehmen und in physiologischer Kochsalz- lösung (vergl. T. 13) zu untersuchen (besonders lange Cilien und grosse Epithelzellen findet man in den Kieraenblättchen von Muscheln). 128. Um die Epithelien in ihrem Verbände zu studiren, bedient man sich besonders bei einschichtigen Epithelien mit grossem Vortheil der soge- nannten Versilberungsmethode: Die Grenzen der Zellen erscheinen hierbei schwarz. Diese wird folgendermassen angewandt: dünne, frische Membranen, etwa das Mesenterium, dünne aufgeschnittene Gefässe, aufgeblasene Lungenalveolen werden sehr kurze Zeit mit dest. Wasser abgespült, um die Fremdkörper (etwa anhaftende Blutkörperchen) zu entfernen. Dann werden die Stücke je nach dem Objekt in eine 0,1—10/0 wässerige Silbernitratlösung über- tragen, worin sie solange liegen bleiben, bis sie undurchsichtig geworden smd (einige Minuten bis eine Stunde). Daun werden sie in (viel) dest. 5*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21443890_0087.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


