Lehrbuch der Histologie des Menschen : einschliesslich der mikroskopischen Technik / von A.A. Böhm und M. von Davidoff.
- Böhm, A. A. (Alexander A.), -1912
- Date:
- 1895
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Credit: Lehrbuch der Histologie des Menschen : einschliesslich der mikroskopischen Technik / von A.A. Böhm und M. von Davidoff. Source: Wellcome Collection.
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![Elastisches Gewebe. Seine Fasern sind dem Bindegewebe fast immer beigemengt; es giebt aber Organe, wie z. B. das Lig. nuchae, die fast ausschliesslich aus elastischen Fasern gebildet sind. Während die Bindegewebsfibrille annähernd immer die gleichen Kaliber- verhältnisse aufweist, ist die elastische Faser in dieser Beziehung sehr variabel; ihr Breitendurchmesser kann Bruchtheile eines betragen, aber auch 10 und darüber erreichen. Die elastischen Fasern besitzen einen eigen- thümlichen, ihnen eigenen Glanz, durch welchen sie sich deutlich von der Bindegewebsfaser unter- scheiden. Sie sind in den meisten Fällen verästelt, verbinden sich miteinander zu Netzwerken, können auch zu grösseren Platten verzchmelzen (z. B. in den sogenannten gefensterten Membranen der Tunica media der Gefässe [siehe auch Technik]). Ein chemischer Unterschied zwischen der Binde- gewebs- und der elastischen Faser ist dadurch gegeben, dass die letztere nicht Leim, sondern Elastin liefert, welches sich nur in heisser konz. Kali- lauge und in kalter konz. Schwefel- und Salpeter- säure löst, Substanzen, welche das Elastin zugleich auch zersetzen. Leider ist die Entwickelung des elastischen Gewebes noch vielfachen Kontroversen unterworfen; die Autoren sind darüber nicht einig, ob die ganze Bildungszelle in die gebildete Faser eingeht, oder nur das Protoplasma derselben, wobei der Kern sich als solcher erhält. Jedenfalls ist sicher, dass die elastischen Fasern kernlos sind, dass sie sich durch Anwendung von Beagentien nicht wie beim Bindegewebe in Fibrillen zerlegen lassen. Diese Umstände erschweren die Beurtheilung des morphologischen Aufbaues des Gewebes. Zu dem elastischen Gewebe gehören auch die sehr verbreiteten, nament- lich in Begleitung von Kapillaren, in der Leber, in der Milz, im Knochen- marke etc. vorkommenden Gitterfasern. Das Nähere über die letzteren ist noch nicht genügend bekannt (vergl. Leber). Fig. 39. . Elastische Fasern aus dem Lig. nuchae des Ochsen, frisch gezupft. 500 mal vergr. Bei a ist die Faser in einer cha- rakteristischenWeise umgebogen (Bischofstabform). 5. Fettgewebe. Bestimmte Stellen des Körpers scheinen für die Umwandlung der Binde- gewebszelle in eine Fettzelle besonders geeignet zu sein (Fettorgane). Dieser Prozess geht ganz allmählich vor sich: aus kleinen im Protoplasma zerstreuten Fetttröpfchen, entstehen durch Konfluenz grössere Tropfen, und so geht die Bildung des Fettes weiter, bis die ganze Zelle mit einem einzigen grossen Tropfen fast vollständig erfüllt ist. In dem Maasse wie der Fett-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21443890_0094.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


