Volume 1
Festschrift zum siebenzigsten Geburtstage von Carl Gegenbaur am 21. August 1896.
- Date:
- 1896-1897
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Credit: Festschrift zum siebenzigsten Geburtstage von Carl Gegenbaur am 21. August 1896. Source: Wellcome Collection.
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![Al)()ral-Pol (lev Hauptaxt'). Die Ijiuie, welclie die Mittel})uiikte des ceiitraleii Muiides imd des excentrisclieii Afters direkt verbiudet, ist die Mittellinie der Bauchseite, die ventrale Mediaii-Linie; die entgegengesetzte l^laclie der Tlieca, in welclie aucli die Basis oder die Stiel-Iiisertioii fallt, ist als Dorsal-Seite zu betracliten (ebenso wie bei alien iibrigen festsitzendeii Ecliinodermen). Als die drei Eutliyncn oder ^^idealcn Richt-Axen'-'- wiirden demnacli bei sammtliclien Ampliorideen zu Ijctrachten sein: 1. Die Hauptaxe, Prinzipal-Axe (oder Langsaxe); an ilirem Oral-Pol liegt der Mund, ani entgegengesetzten Aboral-Pol die Insertions-Basis oder der Stiel (— bei den Anomocystida der Scliwanz —). II. Die Sagittal-Axe (jder Dorsoventral- Axe; sie stelit seida-eclit auf der Mitte der Hauptaxe in der Median-Ebene; ihr ven- traler Pol wird durcli die Lage des Afters in der Bauclilinie bestimmt, der entgegen- gesetzte ist der dorsale Pol. Ill Die Lateral-Axe oder Transversal-Axe, sevdc- reclit auf der Median-Ebene, verbindet den recliten nnd linken Pol. Die Median- Ebene oder ,,!Sagittal-Ebene, welclie wir durch die prinzipale und sagittale Axe legen, trennt die beideii Antimeren, reclite nnd linke Korperbiilfte; diese ersclieinen bei den meisteii Ampliorideen vollig symnietriscli gleicli, nur die einseitige Lage einer (Jetfnung bedingt meistens einen geringen Unterscliied (auffallend bei Mitro- cystis und Pleurycystis). Es ist jedocli sehr walirsclieinlicli, dass bei alien Arn- phorideen — ebenso wie bei alien iibrigen Echinodermen — eine gewisse Ungleicli- lieit beider Antimeren sclion durch die primar einseitige Lage des Hvdroporus be- dingt ist, wenn dieselbe audi iiusserlicli wenig oder gar nicht liervortritt. Dann wiii'de also, streng genommen, die ideale bilaterale Grundforin sammtliclier Ampliori- deen nicht eudipleuriscli (yoWig sy)j/rnetr/'sch) sein, soiidern dysdipleuriscli (melii odei- weniger asymmetriscli). 3. Der vollige Mangel der Radial-Struktur in der Theca sammtlicher Ampliorideen muss hier iioch besonders betont weixlen; denn er geliort zu jenen hoclist wichtigen Merkmaleii dieser Klasse, welclie dieselbe vor alien iibrigen Echinodermen unterscheiden. Zwar wird fast allgemein angegebcn, dass a He Cystoideeii (— zu denen man bislier die Ami')horideen rechnete —) ebenso ,,R adiaer-Thiere seien, wie alle iibrigen Echinodermen; aber vergebens fragt man iiach irgeiid eincr Begriiii- dung dieser weittragenden Behauptung. Die bilateral-symmetrisclieii Anomocystiden zeigeii keine Spur von liadial-Struktur, ebenso wenig als die Helmintlien und Crustaceen, denen sie ausserlicli oft so almlicli sind; und dasselbe gilt von den monaxonen Aristocysf/det)., welclie viel iiussere Aehiilichkeit mit Ascidien besitzen. Nin- eine Familie der Ampliorideen konnte in dieser Bezieliuiig Zweifel erwecken, die Falaeocystiden] hier ist der Mund von einem Krauze von Bracliiolcn (— oder ,,skeletaleii Mundfiilileni —) umgeben: 3 bei den Trineinacystiden^ 5 bei den Echinosphaeriden ^ 15 — 25 bei den AcantJtocystiden. Allein dieser stralilige Fiihler- Kranz der Palaeocystideii lasst nicht den mindesten EinHuss auf die bilaterale oder iiionaxonc Grundform ilirer Theca erkennen, oder aul' irgend einem Theil ihrer iibrigen Organisation; er veidialt sicli vielmelir genau so, wie der ,,radiale Tentakel-Kranz l)ei festsitzendeii bilateralen Metazoen verscliiedeiier Klasseii: Ikyozoen, Ascidien,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21900504_0001_0026.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


