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Credit: Grundriss der Chirurgie / von C. Hueter. Source: Wellcome Collection.
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![SIEBENÜNDZWANZIGSTES CAPITEL. Die prothetischen Apparate. § 351. TJebersicht der prothetischen Apparate, welche am Kopf zur Anwendung kommen. Die Aufgaben der Prothese, d. h. das Verfahren verloren gegangene Theile des Körpers durch Ansetzen (nQOTi'd-i]^u) lebloser Theile zu ersetzen, sind am Kopf so mannigfach, dass es hier genügen muss, eine vorläufige Uebersicht der prothetischen Apparate zu geben. Alle prothetischen Apparate erfüllen zum Theil den Zweck, die äussere Form des Körpers zu ergänzen (kosmetische Indication), zum Theil aber auch den wichtigeren Zweck, die Functionen thunlichst wieder herzustellen, welche durch den Verlust von Körpertheilen gestört wurden (func- tionelle Indication). Gerade der letztere Zweck kann nur auf der Grundlage der Kenntniss der einzelnen Functionsstörung erfüllt werden. Deshalb muss es dem speciellen Theil vorbehalten bleiben, die genauere functionelle Indication und die zweckmässige Erfüllung derselben für die am meisten wichtigen und typi- schen Fälle festzustellen. Die wichtigsten prothetischen Apparate, welche im Gebiet des Kopfes zur Anwendung kommen, sind folgende: 1) silberne oder Lederplatten, welche in die Kopfbedeckungen eingefügt oder am Schädeldach durch Gurten befestigt werden, sollen bei Verlust von grösseren Stücken des knöchernen Schädeldachs (durch Verletzung oder Nekrose) das Gehirn vor quetschenden Verletzungen schützen, indem die weichen Hautdecken nur un- genügenden Schutz gewähren. 2) künstliche Nasen, aus Papier mache hergestellt und mit fleischfarbener Glasur überzogen, können mit kleinen Metallfedern an dem Nasenstumpf, welcher nach Verlust der Nase durch Verletzungen und Krankheiten (Lupus, Syphilis, Carcinom) zurückblieb, befestigt werden. Diese künstlichen Nasen concurriren mit dem plastischen Ersatz durch Operation (vgl. § 266); sie übertreffen die aus lebendigen Theilen geformten Nasen weitaus in der Form, aber sie stehen weit hinter diesen zurück in der Function. Die] durch plastische Operation geformte Nase nimmt an den zahlreichen Kreislaufveränderungen Theil, welche psychische Momente mit sich bringen, an dem Blass - und Eothwerden des Gesichts. Die todte künstliche Nase ist hierzu unfähig; sie steht mit unveränderlicher Farbe in der Mitte des fortwährend in der Farbe variirenden Gesichts und wird dadurch viel hässlicher, als die minder gut geformte lebendige Nase, welche durch die plastische Operation hergestellt wurde. 3) Ininstliche Augenlider, Wangen, Lippen sind noch weniger brauchbar, als künstliche Nasen, weil sie nur die Form, aber in keiner Weisg die Function her- stellen. Nur im äussersten Nothfall, wenn z. B. ein Granatsplitter den grössten Theil des Gesichts wegriss und der erhaltene Theil kein genügendes Material für den plastischen Ersatz des verlorenen darbot, soll man hier zur prothetischen Er- gänzung schreiten. 4) die Obturatoren dienen zur Ergänzung von Defecten im harten und wei- chen Gaumen (bei angeborenen Gaumenspalten, bei Zerstörungen des Gaumens durch Verletzungen, durch syphilitische Vereiterung, nach operativer Entfernung des Gaumens bei der Exstirpation von Geschwülsten). Der specielle Theil wird zeigen, dass auch auf diesem Gebiet die Prothese mit der plastischen Operation concurrirt, aber mit besserem Erfolg, als bei Verlusten der Nase und der Weich- theile der Gesichts. Der Obturator, meist eine aus vulkanisirtem Kautschuk ge-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21904996_0001_0524.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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