Vorlesungen über allgemeine Therapie : mit besonderer Berücksichtigung der inneren Krankheiten / von Friedrich Albin Hoffman.
- Date:
- 1892
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Credit: Vorlesungen über allgemeine Therapie : mit besonderer Berücksichtigung der inneren Krankheiten / von Friedrich Albin Hoffman. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![sind, und es gibt auch Fälle, wo sie entschieden weniger gut thut wie die Hitze; so wird man diese hei sehr verzärtelten und bei alten heruntergekommenen Individuen im Allgemeinen bevorzugen müssen. Man kann fragen, ob man dasselbe wie durch die feuchte nicht auch durch die trockene Wärme erreichen würde. Offenbar wird bei dieser letzteren die Hautthätigkeit in Anspruch genommen, welche bei der ersteren fortfällt, es kommt zu einer starken Wasserabgabe und diese setzt an und für sich die Temperatur herab, so bringt es die trockene Wärme nicht zu einer so vollkommenen Erschlaffung der Gefässe, es kommt nicht zu einem Stadium, wo jeder nervöse peripherische Reiz auf ein Minimum herabgesetzt ist, die Schwan- kungen im Gefässtonus sind geringe]- und so auch die örtliche Wir- kung. Der massigste Grad derselben würde durch einfaches Frot- tiren zu erreichen sein. An die Betrachtung der localen Wärmeapplication reiht sich natürlich die der Kälte an, fast noch häufiger als warme Um- schläge verordnen wir die Eisblase. Wir verbinden damit verschie- dene Ideen, vor Allem, wir wollen Schmerzen lindern, hier kann sie die Bedeutung eines anästhesirenden Mittels haben. Es ist ja richtig, dass wir durch starke Abkühlung die Erregbarkeit der abgekühlten Nerven ganz vernichten können, wir brauchen dazu nicht Eis allein, wir können z. B. ebenso gut den Aetkerspray anwenden. Und diese Wirkung wird nicht nur auf ganz oberflächliche Nerven erzielt. Denn wenn wir Schmerz im Magen, im Uterus, in der Tiefe der Bauch- oder Schädelhöhle mit der Eisblase bekämpfen, so ist eine Wirkung durch die Abkühlung der schmerzenden Nerven selbst da, wenn auch in geringerem Maasse, zu erwarten. Die Wirkung auf die Circulation muss sich so gestalten, dass da, wo die Kälte als energischer Reiz einwirkt, zunächst die Gefässe sich contrahiren, damit wird die Circulation örtlich beschleunigt, in den höheren Graden auch ganz aufgehoben. Je nach unserem Zwecke können wir also das eine und das andere erzielen. Die Dauer dieser Wirkung hängt von dem Zustande des betreffenden Nervensystems ab. Nach einiger Zeit erschlaffen die contrahirten Gefiisse wieder, es folgt auf die Anämie eine Hyperämie, dabei wird die Circulation durch die weiten schlaffen Gefässe langsamer von statten gehen, als durch die mässig verengten. Wirkt die Kälte noch weiter, so kann abermals ein anämischer Zustand eintreten, aber viel träger als zu- erst und so fort. Man hat es also in der Hand, durch Kälteanwen- dung verschiedene Arten von Circulation an einer Stelle herzustellen,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21995503_0062.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)