Die grossen Volkskrankheiten des Mittelalters : Historisch-pathologische Untersuchungen / von J.F.C. Hecker. Gesammelt und in erweiterter Bearbeitung herausgegeben von Dr. August Hirsch.
- Justus Friedrich Carl Hecker
- Date:
- 1865
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Credit: Die grossen Volkskrankheiten des Mittelalters : Historisch-pathologische Untersuchungen / von J.F.C. Hecker. Gesammelt und in erweiterter Bearbeitung herausgegeben von Dr. August Hirsch. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![erst ein grofser, hellleuchtender Komet am westlichen Himmel, man nannte ihn Lampadias, bange Besorgnifs'), derselbe, der 44 Jahre vor Christi Geburt nach dem Tode Cäsar's erschienen war, und in Zeiträumen von 575 Jahren siebenmal gesehen worden ist. Ein zwei- ter zeigte sich 8 Jahre später, und blieb vierzig Tage sichtbar. Erd- beben waren vorausgegangen und halten herrliche Städte vernichtet: 250,000 Menschen waren unter den Trümmern von Antiochien be- graben worden (529, den 20. Mai), und während der ganzen Re- gierung Justinian's wankte alljährlich der Erdboden des römischen Reiches. Berjtus traf in der Folge ein gleiches Geschick wie An- tiochien (551, den 9. Juli), ebenso Seleucia, Anazarbus u. m. a. Städte^), und während eines vierzigtägigen Erdbebens in Constan- tinopel, das auf dem ganzen Erdkreise verspürt wurde, verkündigten Wahrsager, die gewöhnliche Ausgeburt trüber Zeiten, den Schaaren Verzweifelnder den Untergang der Welt. Eine nie gesehene Gottes- furcht bemächtigte sich der Bewohner der Hauptstadt, bei Tag und bei Nacht strömten sie in die Kirchen, und bis der Boden wieder feststand, sah man nur Wohltliätigkeit, Entsagung und alle anderen christlichen Tugenden ausüben^). Bei diesem Aufruhr der Elemente blieben die Ueberschwemmungen nicht aus: der Nil bedeckte die Niederungen Aegyptens länger als seit Menschengedenken, Tarsus wurde von dem übergetretenen Cjdnus verwüstet, Edessa durch den Scjrtus, und so nach und nach in vielen anderen Städten des Morgen- und Abendlandes die Luft durch Hitze und schädliche Ausdünstungen verpestet''). Nach diesen Vorbereitungen brach nun endlich eine pestartige Krankheit aus, die länger als ein halbes Jahrhundert hindurch durch beispiellose Verbreitung und Sterblichkeit die menschlichen Verhält- nisse aller Orten vernichtend umkehrte. Sie zeigte sich zu Constan- tinopel, unbestimmt, wo entstanden, zuerst in dem unglückschwan- aufgehenden und sie begleitenden Naturerscheinungen hat neuerlichst Val. Seibel (Die grofse Pest zur Zeit Justiuians I. und die ihr voraus und zur Seite gehenden ungewöhn- lichen Naturereignisse, Dillingen 1857) veröffentlicht; einen Auszug hieraus giebtHäser, Lehrbuch der Gesch. der Medicin, 2. Aufl., Bd. II. 41, Jena 1859.] ') Zonar. Annal. L.XIV. c. 6, p. 48. — Er ist zuletzt im J. 1680 beobachtet worden. ) Procop. Ilistor. arcan. C. 18 s. f. ') Agath. Schol. L.V. p. 203. *) Procop. Histor. arcan. C. 18.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21020723_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)