Zur Pathologie und Therapie der Angina pectoris (Herzkrampf) / von Theodor Schott.
- Th. Schott
- Date:
- 1888
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Credit: Zur Pathologie und Therapie der Angina pectoris (Herzkrampf) / von Theodor Schott. Source: Wellcome Collection.
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![Form der A. p. ansehen, während bei den beiden anderen, der akuten und subakuten Form, [eine Einteilung, welche aus der vortrefflichen Monographie von Leyden stammt (Über die Sklerose der Koronararterien und die davon ab- hängigen Krankheitszustände. Zeitschr. f. klin. Med. Bd. VII, 1884.), und allgemeine Annahme verdient], der Tod ent- weder, wie bei der akuten, schon binnen kurzer Frist nach wenigen Anfällen, oder, wie bei der subakuten, doch im Verlauf weniger Wochen oder Monate ganz plötzlich eintritt, so dafs mit Recht der Name „Herzschlag für diese plötz- liche Todesart hierfür gelten kann. Der Exitus letalis er- folgt dann entweder direkt während oder einige Stunden nach einem gewöhnlich sehr heftigen Anfalle. Hier wollen wir uns besonders mit der chronischen Form der A. p. befassen, da diese vorzugsweise das Objekt der balneologischen Behandlung bildet; aber auch die beiden anderen Arten sollen, wenn auch kürzer, berührt werden. Ferner sei hier noch eine besondere Form der A. p. er- wähnt, deren Kenntnis wir besonders Nothnagel und Lan- dois verdanken, nämlich die sogenannte Angina pectoris vasomotoria, welche ich selbst nie zu Gesicht bekam und zwar sowohl wegen ihres seltenen Vorkommens als auch des- halb, weil solche Kranke in der warmen Jahreszeit sich voll- ständig wohl befinden. Patienten, welche mit diesem Symptomen- koraplex behaftet sind, bekommen plötzlich eine Empfindung von Schwerbeweglichkeit oder Abgestorbensein der Extremi- täten; es stellen sich dann Schmerzen in den betreffenden Gliedern ein, die peripheren Teile fühlen sich kalt an, es be- steht deutliche Blässe undOyanose; Nadelstiche oder Temperatur- einflüsse werden nicht empfunden, die Sensibilität ist also herabgesetzt; bei anderen Fällen kamen OhnmachtsanWand- lungen oder Schwindel hinzu, und schliefslich stellten sich die bekannten Symptome der A. p. ein, wie Druck- oder Schmerzgefühl in der Herzgegend, Herzklopfen, Kurzatmigkeit. Dabei ist nach den Angaben genannter Autoren die Herzaktion regelmäfsig, zuweilen etwas verstärkt, die Pulsfrequenz ent- weder gar nicht verändert oder nur sehr wenig verlangsamt. Auskultation und Perkussion sollen keine Abnormitäten er- geben. Nach diesen Angaben kann kaum ein Zweifel be- stehen, dafs es sich hierbei um einen allgemeinen Gefäfskrampt handelt, welcher sekundär die Erscheinungen der A. p. her- vorruft. Einwirkung von Kälte, z. B. das Waschen der Hände mit kaltem Wasser oder kühle Schlafzimmerluft, Nafswerden der Füfse etc. werden als Gelegenheitsursachen angegeben, aie zu A. p. vasomotoria führen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20414031_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)