Die Bestimmung der Frau : ihre Stellung zu Familie und Beruf / von H. Fehling.
- Fehling Hermann, 1847-1925.
- Date:
- 1892
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Credit: Die Bestimmung der Frau : ihre Stellung zu Familie und Beruf / von H. Fehling. Source: Wellcome Collection.
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![Mädchen ue]3oren werden, so gehen dadurch, dass sich das sogenannte stärkere Geschlecht schwerer in den Kampf ums erste Dasein schickt, in früher Kindheit mehr Knaben als Mädchen zu Grunde, es erweist sich demnach ein Unterschied der Geschlechter schon ab ovo. Verfolgen wir im weitern die einzelnen Lebensphasen beider Geschlechter. Ich übergehe hier absichtlich die grob in die Augen fallenden Unterschiede des Baues. Als bekannt dürfen wi^ voraussetzen die durchschnittlich grössere Körper- länge des Mannes, das Uebergewicht seiner Muskulatur, seiner Knochen, den verschiedenen Bau des Kopfes, Brustkorbs, Beckens, der Gliedmassen. Während das weibliche Geschlecht mit dem relativen Gehirngewicht dem Mann sogar voraus ist (Vsö gegen Vso), so haben neuere Anatomen makro- und mi- kroskopische Unterschiede im Bau gewisser Hirnteile gefunden, welche Licht auf die Verschiedenheit mancher intellektueller und geistiger Fähigkeiten werfen könnten, Befunde, die jedoch an- dere nicht als richtig anerkennen. Der verschiedene Bau be- dingt gewisse Unterschiede der physiologischen Vorgänge, bei der Frau ist die Zahl der Blutkörperchen im Cubikmillimeter, ist ferner die vitale Lungenkapazität geringer als beim Mann, entsprechend ist durchschnittlich die Puls- und Atemfrequenz beim Vv'eib grösser, ich erinnere ferner an die Verschiedenheit der Stimme, an die durch geringeren Stoffumsatz bedingte geringere tägliche Harnmenge u. s. w. Ist die erste Kindheit überwunden, so liegt die gleich- mässige durch Zwischenfälle ungestörte Entwicklung vielmehr auf Seite des männlichen Geschlechts; trotzdem erreicht das weibliche Geschlecht das Maximum der Körper- und Gewichts- zunahme durchschnittlich 2 bis 3 Jahre vor dem Knaben. Bei richtiger Pflege des Körpers durch körperliche Uebungen wie Turnen, Märsche, Bäder, gesunde Spiele, später auch unterstützt durch die stählende Erziehung zum Soldaten, entwickelt sich der Knabe unbemerkt zum Jüngling, reift der Jüngling zum Mann. Die körperlichen Erscheinungen des Auftretens der männlichen Kraft machen sich allmählich beim](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2171454x_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


