Über Transplantation von weisser Haut auf einen Defekt in schwarzer Haut und umgekehrt am Meerschweinchenohr.
- Leo Loeb
- Date:
- 1897
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Credit: Über Transplantation von weisser Haut auf einen Defekt in schwarzer Haut und umgekehrt am Meerschweinchenohr. Source: Wellcome Collection.
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![Protoplasma hat ein sehr körniges Aussehen. Es ist möglich, dass nur der Mangel an Pigment hier die Zellstruktur hesser hervortreten lässt, doch schien es mir, als oh hier außerdem noch mehr Proto- plasma um den Kern Torhanden sei, das sich ganz allmählich zu den Fortsätzen ausziehe und so die amöboide Form zu Stande komme. Diese Chromatophoren fangen nun schon an aufzutreten, wenn in den oberen Epithelreihen noch viel Kernkappenpigment vorhanden ist und können unter Umständen auch noch diesen Charakter zeigen nach 3 Wochen, wenn das Kemkappenpigment schon wieder zu- nimmt; damit ist jedenfalls bewiesen, dass die Annahme falsch ist, dass die Chromatophoren das Kernkappenpigment in sich aufnehmen. Wir werden später bei der Schilderung der Versuche der Trans- plantation von schwarzer Haut auf weiße sehen, dass dieselben Phasen der Pigmentirung sich bei dem transplantirten schwarzen Epithel finden. Eine ganz befriedigende Erklärung dieser Verhältnisse zu geben, ist jetzt noch unmöglich, da der Pigmentgehalt der Zelle von so vielen noch wenig bekannten Faktoren abzuhängen scheint. Ich erinnere an die oben erwähnte Thatsache, dass die HaardrUsen nie Pigment enthalten, ringsum in den Haarwurzelscheiden aber Pigment vorhanden ist, dass, während die neugebildete Epithelzunge fast pigmentfrei ist, die äußerste Spitze, die an den Schorf stößt oder an die Epithelzunge der anderen Seite verstärktes Kernkappen- pigment enthält. Es wäre hier auch zu erinnern an die Versuche von Brücke und anderen Autoren, wie zuletzt von Biedermann >) über die Pig- mentzusammenballungen in den Chromatophoren unter verschiedenen äußeren und nervösen Einflüssen, an die von Jacques Loeb^) ge- fundene Thatsache, dass bei Sauerstoffmangel das Schwinden des schwarzen Pigments in dem Dottersack der Embr^^onen von Fundulus direkt unter dem Mikroskop zu beobachten ist, ferner an die von demselben Autor festgestellte Thatsache 3), dass an dem Dottersack der Embryonen von Fundulus die Zahl der gebildeten Chromato- phoren von der Zufuhr von Licht abhängt, in so fern als im Licht 1) Biedermann, Über den Farbenwechsel der Frösche. Pflüger'b Archiv Bd. 51. -] J. LoEB, Untersuchungen über die physiologischen Wirkungen des Sauerstoffmangels. Pflüger's Archiv. Bd. 62. 3; J. LoEB, Über den Einfluss des Lichtes auf die Organbildung bei Thieren. Pflüger's Archiv. Bd. 63.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21214645_0014.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)