Die acute Entzündung des häutigen Labyrinthes des Ohres (Otitis labyrinthica s. intima) irrthümlich für Meningitis cerebro-spinalis epidemica gehalten : für praktische Aerzte dargestellt / von R. Voltolini.
- Friedrich Eduard Rudolf Voltolini
- Date:
- 1882
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Credit: Die acute Entzündung des häutigen Labyrinthes des Ohres (Otitis labyrinthica s. intima) irrthümlich für Meningitis cerebro-spinalis epidemica gehalten : für praktische Aerzte dargestellt / von R. Voltolini. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![leugnete er nicht, dass eine selbstständige Entzündung des Laby- rinthes Vorkommen könne und brachte selbst einen Sectionsfoll hierfür bei, aber er leugnete diese von mir beschriebene Form. oc voine einzige seiner Einwendungen ist sticlihaltig. Ei- sagte damals: es sei nicht nötbig, dass eine intracranielle Affection, welche den Hörnerven paralysirt, auch Störungen in anderen Nerven bervorruft, weil der Höruerv unter den Sinnesnerven die grösste Impressionabilität besässe, indem Hörstörungen — bei Allgemein- erkrankungeii, Iirfectionskrankbeiten, durch chemische Veränderungen des Blutes, durch Medicamente etc. ungleich häufiger auftreten, als Functiousstöruugen im Bereiche anderer Sinnesnerven. So bliebe viel häufiger Taubheit als Blmdheit oder Verlust des Geschmackes und Geruches im T}^phus; so werde der Gehörnerv viel häufiger afficii-t durch gewisse Medicamente als Chinm, Salicylsäure. Endlich sollen die Affectionen des Gehirns und seiner Häute viel häufiger von Störungen des Gehörs begleitet sein, als solche anderer Sinnes- nerven. Von diesen Sätzen ist keiner richtig. Was zunächst den Einwand betrifft, dass liei einem Exsudate an der basis cranii, welches alle Nerven dort einhüllen müsste, nicht nothwendig alle diese Nerven paralysirt werden, sondern dies könne auf den Acusticus beschränkt bleiben wegen semer besonderen „Impressionabilität“ — so wollen wir einmal, hören, was die be- deutendsten Lehrer der pathologischen Anatomie sagen. Vii’chow, mit dem ich persönlich über die Sache sprach, war eTenfaUs der Meinung, dass ein Exsudat an der basis cranii auch die anderen Nerven paralysiren müsste. Klebs, von dem wir wohl die besten pathologisch-anatomischen Untersuchungen über Meningitis cerebro- spinalis epidemica besitzen [aus der Epidemie von 1864 in Berlin], sagt hierbei [Vnchow’s Archiv 1865, Bd. 34 S. 359]: „Ausserdem aber wäre wohl auch noch an die Möglichkeit zu denken, dass der Stamm des Acusticus von der narbigen Coutractiou der Arachuoidea betroffen werden könnte, wobei allerdings eine Mitbetheiliguug des Facialis zu erwarten stünde.“ So sagen diese beiden Lehrer der pathologischen Anatomie! In einem Falle von Taubheit bei einem Erwachsenen, dem 24jährigen Joseph Schwarz, durch Meningitis cerebro-spiualis entstanden, ergab die Section nach Niemeyer [Ue cpidem. Cerebro-Spinal-Meuingitis S. 47]: „Avir fanden den Acusticus bis zu seinem Austritte aus dem Schädel so vollständig in Exsudat-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22336333_0012.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)