Die acute Entzündung des häutigen Labyrinthes des Ohres (Otitis labyrinthica s. intima) irrthümlich für Meningitis cerebro-spinalis epidemica gehalten : für praktische Aerzte dargestellt / von R. Voltolini.
- Friedrich Eduard Rudolf Voltolini
- Date:
- 1882
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Credit: Die acute Entzündung des häutigen Labyrinthes des Ohres (Otitis labyrinthica s. intima) irrthümlich für Meningitis cerebro-spinalis epidemica gehalten : für praktische Aerzte dargestellt / von R. Voltolini. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![auf sicli hat; es wird sich jedenfalls um irgend eine andere Kopf- krankheit resp. Olii'krankheit gehandelt haben. Wir können dies um so eher anuehmen, als in dem späteren Alter von 8 bis 13 Jahren, wo noch eher Nervenfieher d. i. Typhus verkommen könnte, sogar in jedem dieser Jahre nur 1 resp. 2 Fälle überhaupt von Erkrankung verzeichnet sind, durch welche Taubheit entstand. Nicht sehr viel besser ist es mit der Diagnose bestellt: „Krämpfe“ als Ursache der Taubheit. Wenn mir nun als praktischem Ohrenarzte von allen Krank- heiten die Otitis lahyrinthica die meisten Taubstummen zuführt — und hei anderen Ohrenärzten wird dies auch der Fall sein, nur dass diese sie nicht Otitis sondern Meningitis nennen — so kann ich dreist behaupten, das grösste Contingent der Tauhstummen-Anstalten liefert die Otitis lahyrinthica, denn vom Ohrenarzte werden diese Taubstummen ja in jene Anstalten gesendet. Erwägen wir ferner,. dass dieser „Bericht vom Jahre 1878“ einen Zeitraum von 10 Jahren,. von 1869 ab, umfasst, also eine Zeit, wo in ganz Deutschland keine- Epidemie von Meningitis cerebro-spinalis epidemica [wie wir Aveiter unten ausführlich zeigen werden] herrschte, so wird wohl die Zahl: der „Grehirnentzündungen“ und der „Genickstarre“ noch mehr zu-- sammenschrumpfen! Aehnlich wie das Verhältniss in Breslau ist auch dasjenige der Taubstummen-Anstalt in Berlin; dort kommen in dem Zeitramne ■ vom 11. April 1874 bis 29. Aprü 1882 130 Taubstumme, 27 Fälle' von Gehirnentzündung, 3 Fälle von Gehirpkrankheit, 1 Fall von. Nervenfieber, 2 Fälle von Krämpfen, 3 Fälle von Geifickstarre,. 1 Fall von Genickkrampf, 20 Fälle von unbestimmten Krankheiten.. Auch diese Erkrankungsfälle vertheilen sich auf einen Zeitraum,, wo meines Wissens in der ganzen Gegend, welche für das Berlinerr Taubstummen-Institut die Zöglinge liefert, keine Meningitis cerebro- spinalis epidemica geherrscht hat, was soll denn das also für eine merkwürdige „Gehirnentzündung“ gewesen sein, diu’ch welche so viele Kinder taub wurden?! Ziemssen [Handbuch II. 2. S. 530] theilt über das Taubstummen-^ Institut in Bamberg mit: „Sämmtliche Zöglinge [42 im April 1874] wai’en durch den Genickkrampf taubstumm geworden.“ Von allen Schriften, welche ich über die Meningitis epidemica gelesen, ist die von Hirsch [die Meningitis cerebro-spinalis epidemica:](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22336333_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)