Klinische Beobachtungen aus der Augenheilanstalt zu Wiesbaden / mitgetheilt von Hofrath Dr. Pagenstecher.
- Date:
- 1866
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Credit: Klinische Beobachtungen aus der Augenheilanstalt zu Wiesbaden / mitgetheilt von Hofrath Dr. Pagenstecher. Source: Wellcome Collection.
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![— 02 — Herr V., Amtmann ans W. Solntio Retinae dcxtr. in snperiore, cxteriore parte. Aufgenommen am 26/G. 18G5. L. mühsam N. ], R. nicht mchrN. 20 Jag. Es werden vcrsuclisweise 3mal Heurteloups applizirt, die man durcli Fussbäder unterstützt. Am 10/7. ist eine Senkung der Ablösung nach unten und dem entsprechende Gesichts- feldbeschränkung zu constatiren. Am 13/7. Discision unter Semeleder'scher Beleuch- tung, Einstich von unten aussen. 14/7. Keine Reaction. 15/7. Gesichtsfeldbeschrän- kung fast ganz geschwunden. 16/7. Centrales Sehen bedeutend schlechter. Auge etwas gereizt. 17/7. Kleines Ilypopion (Cyklitis?), Auge mehr gereizt; stündlich Atropin ; Abends Hcurteloup, Druckverband. 18/7. Ilypopion geringer; Kammerwasser klarer; stündlich Atropin. 20/7. Ilypopion geschwunden; Gesichtsfeld nach oben etwas be- schränkt. 23/7. Diffuse Glaskörpertrübungen. 28/7. Glaskörper ganz trüb; es werden kaum Handbewegungon wahrgenommen. — Schlechte Prognose in Aussicht gestellt; entlassen. 8, Smalige Discision. Anfangs Zunahe des Gesichts- feldes, darauf bedeutende Abnahme des Sehvermögens durch starke Glaskörpertrübungen. Ablösung blieb die- selbe. Frau G., 6G Jahr, Banquiersfrau aus K. Solutio Retinae oc. sin. 1/2. 1865. Zum ersten Mal hatte sich Patientin im Jahre 1863 vorgestellt. In den Kranken- büchern von damals ist verzeichnet: R. N. 1 Jäg. auf 3, L. N. 1 Jäg. auf 5. — Jetzt R. Myopie V2—V^V^» liest N. 1 Jäger. L. mit dem untersten Theil des Ge- sichtsfeldes N. 18 Jäger. L. Gesichtsfeld nach oben, oben aussen, oben innen beschränkt. Oberhalb der Beschränkung — eine schwankende Zone. Früher immer myopisch gewesen; seit 5—6 Jahren häufig Hitze und ein Erröthen der linken Gesichts- und Körperhälfte; auch einseitiges Schwitzen. Im November 1864 bemerkte Pat. eine „Dmikelheit*' am linken Auge, die immer zunahm und in Form eines Vorhanges über den obern Theil des linken Gesichtsfeldes sich hinzog. — Heurteloup'sche Blutentziehungen imd Jod- kali innerlich blieben ohne Erfolg. 1/2. Discisio Retinae, in sitzender Stellung, bei Semeleder'scher Beleuchtung, mit scharfer, schmaler Staarnadel ohne Hemmungsring. Der Einstich wurde ungefähr 3' hinter der Cornealgrenze, im untern äussern Qua- dranten des bulbus, entsprechend der Lage des Retin^lbuckels (durch denselben ra- diär) gemacht und das Instrument, als es durch die Pupille sichtbar wurde, heraus- gezogen. Unmittelbar nach der Operation ist der Buckel zusammengefallen, besonders nach aussen. Retinalwimde nicht zu sehen. Viele Glaskörperflockeu; unbedeutender Schmerz bei der Operation. Heftpflasterstreifen. Einige Zeit nach der Operation — Funkensehen, Lichtfiguren. 2/2. Gute Nacht. Keine Veränderung im Gesichtsfeld. 4/2. Zunahme des Gesichtsfeldes nach aussen und namentlich nach innen oben. Der nach aussen früher sichtbare Rctinalbuckel ist geschwunden; nach unten imd innen noch mehrere Abhebungen vorhanden. — Es wird eine zweite Discision gemacht. Nach derselben veränderte Configuration der Ablösungen; dieselben scheinen ganz zu- sammengefallen zu sein. Druclcverband. 5/2. Schmerz bei Berührung; Chemose der Conjunctiva bulbi; Gesichtsfeld etwas grösser. 7/2. Finger auf 4'. 8/2. Gesichtsfeld nur oben etwas beschränkt. N. 17 Jäger. 9/7. Synechien an der Pupille. — Stündlich](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2163452x_0072.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)