Diagnose der chirurgischen Nierenerkrankungen unter Verwertung der Chromocystoskopie / von Fritz Woelcker.
- Voelcker, Friedrich, 1872-
- Date:
- 1906
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Credit: Diagnose der chirurgischen Nierenerkrankungen unter Verwertung der Chromocystoskopie / von Fritz Woelcker. Source: Wellcome Collection.
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![sich in der Operationsnarbe noch oacbträgliob ein ' Im Juli 1905 stollto sich Patient im besten Allgemeinbefinden vor. \>>t Drin k 1 --*r, ohne Eiweiss, konnte die ganze Nacht gebalten werden. In diesem Falle, der noch unter die beginnenden Nlerentuberku] zu rechnen ist. hatte die Chromocystoskopie eine vollständig einwandsl und genügende Grundlage für Diagnose und operative [ndikationssteli geliefert. \r. 1(5. R. H., 41 jähriges Fräulein, war angeblich Die BCbwer krank. Jabren leidet die Patientin an zunehmendem Harndrang und Brennen heim Urinieren. Der Urin war seitdem trübe, mit wolkigem Boden- satz. Längere Zeit wegen Hlasenkafarrli be- ^'^~7'r- r^r~ handelt, ohne Erfolg. ^^ Gesund aussehende, kräftig gebaute Person im hesten Ernährungszustand, an Lun- gen und Herz nichts Besonderes. Abdomen ohne Besonderheit. Nieren nicht palpabel. Urin sauer, trübe, spezifisches Gewicht 1015, ziemlich reichlich Albumen. Mikroskopisch: Meistens Leukozyten, spärliche Erythrozyten, spärliche Plattenepithelien, keine Zylinder, reichlich Tuberkelbazillen. 18. III. 190-5. Chromocystoskopie. (80 mg Indigkarmin.) Die Blase lässt sich mit 150 ccm füllen, darüber hinaus entstehen Schmerzen. Die Blasenschleimhaut ist, besonders in ihrem unteren Teile, diffus gerötet, so dass man die Gefässzeichnung nicht erkennt. Auch sind die Grenzen zwischen Trigonum und den benach- barten Blasenabschnitten vollständig verwischt. Man erkennt in der linken Hälfte der Blase einige mit Fibrinfetzen belegte Ulzerationen, die rechte Blasenhälfte ist ohne wirkliche Ge- schwürsbildung. Die rechte Uretermündung ist als S- 35. dunkler Punkt in einem diffus roten Felde zu erkennen, besonders da der Indigkarminstralil sie markiert. Ohne denselben wäre sie nicht leicht aufzufinden. Sie ist klein, zart, die feine, lippenfönnige Umrandung durch das entzündliche Ödem der Blasenschleimhaut aufgequollen. Der aus ihr austretende Urinstrahl ist gegen die Medianlinie zu gerichtet. Die linke Uretermündung findet sich an der entsprechenden Stelle der anderen Seite, sie bildet einen von gewulsteten Rändern um- gebenen Krater. Rektalwärts von ihr liegt in nächster Nähe eines der beschriebenen Ge- schwüre. Die Indigkarminsekretion beginnt auf der rechten Seite schon nach 5 Minuten, die Stösse sind kräftig, deutlich blau, abgesehen von kleinen In regelmässigkeiten folgen sie sich in Intervallen von 20—30 Sekunden. Die linke l'retermündung se/.erniert bis 30 Minuten nach der Injektion kein Indigkarmin, wohl aber eine farblose, trübe Flüssigkeit. Das nach einer halben Stunde abgelassene Füllungswasser der Blase beträgt 200 com. ist deutlich blau, entspricht 0,00ÜS° o. Es wurden also in der eisten halben Stunde ca. 1.6 mg Indigkarmin ausgeschieden. Nach diesem Befunde konnte die Diagnose mit Sicherheit auf eine Tuberkulose der linken Niere mit Ureteritis und Ovstitis tubereulosa gestellt werden. Voeleker, Diagnose chirurgischer Nierenerkrankungen. 8](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21166924_0127.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


