Diagnose der chirurgischen Nierenerkrankungen unter Verwertung der Chromocystoskopie / von Fritz Woelcker.
- Voelcker, Friedrich, 1872-
- Date:
- 1906
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Credit: Diagnose der chirurgischen Nierenerkrankungen unter Verwertung der Chromocystoskopie / von Fritz Woelcker. Source: Wellcome Collection.
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![blieb dasselbe. Audi jetzt wieder deutlich blatu tion auf dei linken Seite, auf der rechten Soite Kontraktionen ohne Austritt von gefärbter Flüssigkeit. Die Operation ergab einen psranephritischeri tuberkulösen Ahszess, welcher »ich i des Ureters entwickelt hatte und nach [nzision und Ausschabung ausheilte. 17 Tage ■ der Operation konnte ich bei dem Patienten die Chromocystoskopie noch einmal ausfuhren. Weil das Lämpchen des Cystoskops versagte, vergingen 13 Minut<-n nach der [rrjektioi] Farbstoffes, bis die intravesikale lieoharhtung beginnen könnt.-. M.m beobachtete dann aber sofort eine tiefblaue Sekretion und zwar von beiden Seiten, h- i-- leicht und mit Sicherheit festzustellen, dasa die Farbintensität rechts wie links annähernd db dass aber die Propulsionskraft links viel stärker ist als rechts. Der linksseitige Strahl wird weit in die Blase bineingestossen, so dass er einen sehr starken Wirbel bildet. D-r rechtsseitige ist viel weniger kräftig, er dauert etwas länger, schleicht mehr und verteilt sich flach an der Blasenwand, offenbar weil ihm der Ureter diese Richtung gibt. Er d bis etwa zur Mittellinie der Blase vor, während der Strahl der linken Seite bis an die gegenüberliegende Blasenwand herangeschleudert wird. Man beobachtet folgende Zeiten : Zeit: rechts: link 6 Uhr 30 Minuten 46 55* 31 16 8 48 ■24 56 32 „ 9 26 38* 48 33' „ 21 44 24* 24' 15 13 Der Urin ist auch diesmal vollständig eiweissfrei, klar, ohne Sediment. Die irrige Diagnose ,,Nierentuberkulose, zu welcher die Beobachtung einer mangelnden Indigkarminreaktion auf der Seite des Abszesses ver- leitet hatte, war für die Kranken ohne unangenehme Konsequenz gewea Sie wäre besonders in dem letzten Falle leicht zu vermeiden gewesen, wenn man die Beschaffenheit des Urins in Betracht gezogen hätte. Eine so komplette Verstopfung eines Ureters durch käsige Massen, dass überhaupt nichts mehr durchtreten könnte, gehört sicherlich zu den grössten Selten- heiten, ausserdem müsste sich eine so weit vorgeschrittene Ureteritis tuber- culosa in den charakteristischen Veränderungen der Uretermündung verraten haben. Vor allen Dingen macht ein schwer tuberkulös erkrankter Ureter keine aktiven Kontraktionen mehr. Wahrscheinlich ist bei den beobach- teten Kontraktionen auch ein kleiner Flüssigkeitsstrom ausgetreten, wegen seiner Farblosigkeit und geringen Kraft in dem klaren Medium aber nicht zu unterscheiden gewesen. Die Fälle malmen in dieser Richtung zur Vor- sicht, ich glaube aber bestimmt, dass sich ähnliehe Fehler bei genügender Beachtung der übrigen Symptome vermeiden lassen. Während ich das Un- richtige in der Deutung dieser Befunde gerne eingestehe, muss ich die Richtigkeit der Befunde selbst aufrecht erhalten. In beiden Fällen haben](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21166924_0155.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


