Diagnose der chirurgischen Nierenerkrankungen unter Verwertung der Chromocystoskopie / von Fritz Woelcker.
- Voelcker, Friedrich, 1872-
- Date:
- 1906
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Credit: Diagnose der chirurgischen Nierenerkrankungen unter Verwertung der Chromocystoskopie / von Fritz Woelcker. Source: Wellcome Collection.
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![— 1 r.« während bei der Operation der Appendizitis «renige Tage rorbet <li ' rin noca j?anz klar und oiweissfrei gewesen w;ir. Der weitere Veilauf wie« mir immei auf die reclito Niere als die Ursache der Schmerzen bin und - zur Ausheilung kam, blieb aocb immer In.Ins Fieber bestehen and <i<-r Urin morde mehr und mehr trübe, allmählich immer mehr Btinkend and enthieli bei '1-r bakteriolog '<ter- suchung eine Reinkultur von Bacterinm coli. Am 27. XI. heftiger Kolikanfall mit Erbrechen und Temperaturanstieg bis 40, in den nächsten Tagen mehrere solcher Anfälle, Zunahme der Druckschmerzhaftigkeit und deutlich palpable Vor^rösserung der i Des- halb am 2. XII. Freilegung der letzteren. Ks fand .-ich ein gespan - cyanoti- Organ, das dekapsnliert und in der Äquatorialebene gespalten wurde. Das Parenchym blutete sehr lebhaft, so dass einige Cmstechungen gemacht werden mussten, sichtbare Ab- szesse fanden sich nicht; die beiden Nierenhälften wurden wieder aufeinander geklappt, und eine Zeitlang mit den Fingern, dann durch einen herumgewickelten Jodoformgazestreifen, der versenkt wurde, komprimiert. Mikroskopisch fanden sich in der Niere massenhafte Anhäufungen von Rundzellen, die stellenweise bis zur Bildung miliarer Abszesse gingen. Der Einfluss dieser Operation war ein sehr guter. Die Tampons wurden allmählich entfernt, das Fieber fiel im Laufe der nächsten H ] ab und nach einem Vierteljahre konnte der Knabe in vollständiger Rekon- valeszenz aus der Klinik entlassen werden. Der Urin zeigte nur noch eine Spur Eiweiss und einen geringen Gehalt an Leukozyten. In diesem Falle drängte sich die Vermutung einer hämatogenen In- fektion der Niere dem Beobachter direkt auf. Am fünften Tage n, Operation einer jauchenden Peritonitis begannen die Krankheitserschei- nungen direkt von Seiten der rechten Niere; der Urin anfangs klar, war am ersten Tage der Nierenschmerzen nur wenig trübe und wurde ..ist all- mählich mit der Zunahme der Entzündung der Niere mehr eitrig und stinkend. Dass die Spaltung der Niere in diesem Falle zu dem günstigen Ausgang mindestens sehr viel beigetragen hat, ist wohl nicht zu be- zweifeln. Ob es ohne die Spaltung der Niere bei dem 11jährigen Knaben zu einer Pyonephrose gekommen wäre, ist ebenso schwer zu beantworten, wie die Frage ob in dem vorher mitgeteilten Fall (Frau L.) die im Beginn der Krankheit vorgeschlagene Nephrotomie die Ausheilung hätte herbei- führen können. Immerhin regt der Vergleich der beiden Fälle zum Nach- denken an. Von praktischer Bedeutung ist der folgende Fall in dem auf Grand der Indigkarminreaktion von der Exstirpation einer Pyonephrose abgeraten wurde und zwar, wie der Ausgang bewies mit vollem Recht. Nr. 3. J. EL, 44jähriger Mann, vor 26 Jahren Prostatitis anbekannter Ursache, Gonorrhöe geleugnet. Seit 25 Jahren in Behandlung verschiedener Ärzte wogen Pyelitis, zahlreiche Badekuren, wechselndes Wohlbefinden, immer etwas schlechtes fahles Aussehen, seit den letzten 5 Jahren Verschlechterung, kolikartige Schmerzen links, ab und zu Fieber. Vor acht Wochen Hämaturie. Daraufhin Röntgenographie. die in beiden Nieren grosse zirkumskripte Schatten ergab. Grosser Mann von kräftigem Knochenbau, kräftiger Muskulatur, etwas blasses Aus- sehen; Kopfhaare seit mehreren Jahren verloren. Körperliche Leistungsfähigkeit gut. Patient](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21166924_0163.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


