Diagnose der chirurgischen Nierenerkrankungen unter Verwertung der Chromocystoskopie / von Fritz Woelcker.
- Voelcker, Friedrich, 1872-
- Date:
- 1906
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Credit: Diagnose der chirurgischen Nierenerkrankungen unter Verwertung der Chromocystoskopie / von Fritz Woelcker. Source: Wellcome Collection.
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![aseptisch blieb und die Wundsekrete dae Peritoneum durcb die dichte Abschluesnaht hindurch infizieren konnten. Wie in diesem, - auch in dem folgendem Vu\\<- die C'hromo normale Ausschei- dungsverhältnisse der Niere ergeben. 2. G. Seh., 38 Jahre. Seit einem halben Jahre an einem befugen Saaten ohne Auf»- wurf erkrankt, deshalb längere Zeit als lungenkrank behandelt. Vor einigen Wochen wurde ein Tumor entdeckt. Niemals Erscheinungen von Seiten des Barns. Seh] grosser, k gebauter, jetzt kachektisch aussehender Mann (.r)ö<. H&maglobin). Im rechtes Hypocbon- drium ein Tumor, der bis zur Spina ant. sup. herabreicht, and in -• ren Teile unter dem Rippenbogen verborgen liegt. Er ist von derber, grobhöckeriger Koni ;.ira- torisch verschieblich, bimanuell von der Lendengegend aus zu tasten, das Kolon zieht über seine unteren Abschnitte hinweg. Der Urin ist klar ohne Eiweiss, ohne Zucker. Bei der Chromocystoskopie (80 mg Indigkarmin) fand ich den Eintritt der Blaufär etwas verzögert (nach 12 Minuten deutlich), den Ausscheidungstypus im ganzen re_ die Kraft der einzelnen Stusse genügend, rechts im allgemeinen etwas schwächer als linke. Ich stellte daraufhin die Diagnose auf einen Nierentumor mit noch gut erhaltenem I'aren- chym, was durch die mit Glück ausgeführte Operation bestätigt wurde. Der exstirpierte Tumor war fast mannskopfgross, am oberen Pol der Niere entwickelt Mikroskopisch: Hypernephrom. Die Nierensubstanz nahm den unteren Pol ein, sie war etwas platt ge- drückt, hatte etwa normale Menge, ihre Grenze gegen den Tumor war scharf. In den folgenden vier Fällen, von welchen drei zur Operation kan hat die Chromocystoskopie wesentliche Störungen der Indigkarminreakl auf der Seite des Tumors ergeben. 3. J. F., 62jäliriger Mann. Seit vier Jahren anfallsweise Hämaturien, in den letzten Wochen andauernder Blutgehalt des Urins, ab und zu Abgang von Blutgerinnsel anter Schmerzen. Starke Abmagerung, starke Kachexie. Hämoglobingehalt des Bin: An Herz und Lungen nichts Krankhaftes nachzuweisen, Urin deutlich bluthaltend. Im linken Hypochondrium ein über kindskopfgrosser Nierentumor, respiratorisch verschieblich. Bei der Chromocystoskopie fand ich die Uretermündungen normal gelegen, ohne sichtbare Veränderung. Rechts schon 7-8 Minuten nach der Injektion ein deutlich blauer Strahl, der sich im allgemeinen in grösseren Abständen von 1—2 Minuten wieder- holt und sich durch lange Dauer und grosse Propulsionskraft auszeichnet. Liuks ist auch bei sehr langer Beobachtung keine Blausekretion zu bemerken, man sieht nur eine schwach getrübte Flüssigkeit (Blut ?) aussickern. Die nach 30 Minuten abgelassene Flüssigkeit ist deutlich blau. Gefrierpunkt des Blutes 0,59°. Nach diesem Befunde, der einen etwas abnormen, auf Schrumpfungsvorgänge dächtigen Ausscheidungstypus der linken Seite nachwies, hatten wir keine allzu gross Lust den kachektischen Mann zu operieren. Er wurde nach einigen Tagen aus der Klinik entlassen. Etwas wirkte auf unsere Entscheidung auch die Erkenntnis der sehr geschä- digten Funktion der linken vom Tumor befallenen Niere mit. Man musste sieh sagen, dass der Tumor entweder von Hause aus ein diffus wachsender war. also an und für sich schlechte Chancen für eine Dauerheilung bot, oder dass er früher gegen die Niere abgegrenzt, jetzt unter Überschreitung seiner Schranken in dieselben eingewuchert war. wofür auch der offen- bare Durchbruch ins Nierenbecken sprach. Also auf der einen Seite verdächtige Funktion der zurückbleibenden Niere, auf der anderen Seite Unsicherheit der Möglichkeit einer radi- kalen Operation. In dem folgenden Falle handelte es sieh um einen Misehtumor der Niere bei einem 4jahrigen Kinde, der durch klinische Untersuchungen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21166924_0171.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


