Diagnose der chirurgischen Nierenerkrankungen unter Verwertung der Chromocystoskopie / von Fritz Woelcker.
- Voelcker, Friedrich, 1872-
- Date:
- 1906
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Credit: Diagnose der chirurgischen Nierenerkrankungen unter Verwertung der Chromocystoskopie / von Fritz Woelcker. Source: Wellcome Collection.
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![schlafet sind, in aufrechter Lage dos Kadav herabsinken, ale diese Ilaltorgane erlauben und würden in jeder anderen Stellung pera unabhängig von der Höhe des intraperitonealen Druckes ihre Lage je nach der Richtung der Schwerkraft und nach der Straffheit ihrer Baltorg ändern. Nun ist aber die Bauchhöhle im Leben nicht mit Luft, son< mit ihren Organen gefüllt, und wenn man feste Dinge in irgend eil Behälter zusammen]»resst, so werden sie dadurch sehr wohl in ihrer gegenseitigen Lage fixiert, und es ist an und für sich möglich, dass bei gesunden Männern, wenn sie aufrecht sind und körperlich .sich 1 wobei also die Muskeln spielen, ein gewisser intraabdominaler Über- druck besteht. Nur darf man sich nicht vorstellen, dass derselbe unter normalen Verhältnissen eine irgendwie bedeutende Höhe annimmt. Unter- sucht man die Druckverhältnisse im Abdomen an einem aufrecht ste den Menschen, so findet man, dass der Druck in der Magengegend gering, in den unteren Teilen des Leibes vermehrt ist, und zwar gerade um so viel, als die Höhe des Abdomens beträgt: der Spiegel der Wasser- säule im Manometerrohr stellt sich annähernd auf die Höhe des Schwert- fortsatzes ein. Stellt man den Menschen auf den Kopf, Versuche, die Weisker an sich selbst mit einer drehbaren Leiter angestellt hat, so kehrt sich das Verhältnis um, indem der Druck im kleinen Becken auf 0 sinkt und sich in der Magengegend um ebensoviele cem Wasser erhöht, als die Höhe des Abdomens beträgt, d. h. mit anderen Worten der Druck im Abdomen wechselt. Er beträgt an jedem Punkte ungefähr soviel, als das Gewicht der oberhalb befindlichen Unterleibsorgane. Weil die letzteren ungefähr das spezifische Gewicht des Wassers haben, so erklärt sieh die Übereinstimmung der gemessenen Druckhöhen mit der Länge des Ab- domens. Ganz sicher ist, dass in der ruhigen Rückenlage bei erschlafften Muskeln im Unterleib kein nennenswerter Überdruck besteht. Man hat als Chirurg oft Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, der Leib ist mit seinem Inhalt vollständig ausgefüllt, aber die Organe drängen sich nicht vor. Ebenso kann man sich beim Katheterisieren und bei Blasenspülungen vorführen, dass der Druck in einem weichen Katheter in horizontaler Lage fast gleich 0 ist und mit Erhöhung des Oberkörpers entsprechend ansteigt. Man muss also, wie es Kelling verlangt, die Vorstellung von einem intraabdominalen Druck mit dem Nebengedanken eines überatmosphärischen Druckes fallen lassen und damit auch die Vorstellung, dass die Nieren durch einen solchen Überdruck fixiert werden. Bei dem jungen Manne, den wTir uns als ein Bild von Gesundheit, Schönheit und Kraft denken.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21166924_0181.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


