Diagnose der chirurgischen Nierenerkrankungen unter Verwertung der Chromocystoskopie / von Fritz Woelcker.
- Voelcker, Friedrich, 1872-
- Date:
- 1906
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Credit: Diagnose der chirurgischen Nierenerkrankungen unter Verwertung der Chromocystoskopie / von Fritz Woelcker. Source: Wellcome Collection.
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![— ]H\ — Patient seine schwere Arbeil wieder aufnahm begannen von Be schwerden, welche wahrscheinlich aui eine beginnt Niere zurückzuführen waren, und welche durch Anwendui Bauchbinde mit Erfolg bekämpft wurden. In diesem Falle schien die Nephropexie geboten, weil eine wirkliche Erkrankung der rechten Niere selbst vorlag, welche bei längen das Organ und damit den Patienten in Gefahr gebrachl hatte. K- Lei Dicht ausgeschlossen, dass durch längere Ruhelage und durch zweck konservative Behandlung die Heilung der Niere ebenfalls hi eicht werden können. Immerhin stand sie so tief, dass es zweifelhaft ist, ob man sie mit Bandagen allein hätte günstig beeinflussen können. Verschwinden der pathologischen Bestandteile aus dem Urin ist wohl zum grössten Teile der operativen Fixation der Niere, zu einem Teile wohl auch der andauernden Bettruhe nach der Operation zuzuschreiben. Die ver- hältnismässig rasche Wiederkehr der Beschwerden beweist, dass die Operation, wenn sie erfolgreich bleiben soll, die zweckmässige Behandlung der Bauch- muskelerschlaffung nicht unnötig macht. In zwei weiteren Fällen wurden schlimmere Degenerationszustände der Wanderniere gefunden, so dass eine konservative Therapie nicht mehr möglich schien. A. Seh., 28 Jahre alt, 3 Geburten. Die Patientin leidet seit 8—9 Jahren an einem bald stärkeren, bald schwächeren Druck und Spannungsgefühl im Epigastrium und in der rechten Oberbauchgegend. Eigentliche Koliken haben dabei nie bestanden. Seit 1/s Jahr Verschlimmerung der Beschwerden, welche als Gallensteinkoliken gedeutet wurden, was sehr naheliegend war. weil beim Eintritt in die Klinik ein zwar leichter, aber deutlicher Ikterus bestand. Wir fanden eine mittelgrosse Frau mit sehr schlaffen Bauch- decken. Der rechte Leberlappen ist vergrössert und überragt den Rippen- bogen weit nach unten. In linker Seitenlage fällt er nach links. Unter ihm glaubt man die etwas vergrösserte Niere zu fühlen. Der Urin ist «Mine Eiter, ohne Blut, vollständig klar, enthält nur eine Spur Albumen. Die Deutung des Falles war nicht ganz sicher, es sprach eigentlich alles für Gallensteinkoliken und nur sehr wenig für die rechte Niere. Allerdings waren die Schmerzattacken für Gallensteinkoliken nicht recht charakteristisch. Bei der Chromocystoskopie fand ich eine ganz normale Blase. Der blaue Farbstoff wurde von der linken Niere in etwas unregelmässigem Typus, aber in sehr guter Konzentration abgesondert, die rechte Niere sezerniert ebenfalls, aber in schwächerer Konzentration und in sehr grossen Pausen. Als ich dann die Patientin in sitzende Stellung brachte und wieder cystoskopierte, bemerkte ich, dass die linke Niere eine Art von zappelnder](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21166924_0195.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


