Die Krankheiten des Zwerchfells des Menschen / von Carl Wilhelm Mehliss.
- Mehliss Carl Wilhelm.
- Date:
- 1845
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Credit: Die Krankheiten des Zwerchfells des Menschen / von Carl Wilhelm Mehliss. Source: Wellcome Collection.
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![Jie ich für Tuberkeln liielt, unter dem Peritoneal - Ueber/.nge des Zwerch- fells zerstreut. Die Letztem sassen ziemlich locker, Hessen sich hin und her schieben ; das Bauchfell, welches sie bedeckte , erschien matt, fast un- durchsichtig , zeigte aber keine Blutgefässe. Auch das obere linde der Milz war auf ähnliche Weise mit dem Zwerchfell verwachsen, doch Hess sich hier noch eine Trennung ohne schneidende Werkzeuge bewirken. Die Muskel - Substanz des Zwerchfells zeigte auch nicht die geringste Ab- normität. Der Magen war klein, zusammengezogen, verdickt, besonders in der Gegend des Pförtners; sonst fand sich nichts Abnormes in demsel- ben. Die Vena cava inferior war stark ausgedehnt und von schwarzem Blute strotzend. Die Harnwerkzeuge befanden sich im normalen Zustande. Die Geschwüre in der Gegend des Mastdarms Hessen sich bis ]A Zoll in die Beckenhöhle hinauf verfolgen, ihr Sinus war mit einem schmierigen, fadenzieliendcn Zellstoff bedeckt, eine Communication mit dem Darm fand nicht Statt. Meine Aufmerksamkeit war in der Zeit, wo ich diesen Fall beobach- tete lind notirte, wie schon erwähnt, noch nicht auf die Zwerchfells- AfVeclionen gerichtet, und man möge mir desshalb die Lückenhaftigkeit meines Berichts darüber nicht zu hoch anrechnen. Insonderheit bedauere ich jetzt, dass ich bei der Section auf die Beschaffenheit der Zwerchfells- Nerven, der herumschweifenden Nerven, der Ostia im Zwerchfell und der Vena Azygos keine Aufmerksamkeit verwendet habe. Einige nicht ganz unwichtige Betrachtungen für die Lehre von den Verwachsungen des Zwerchfells mit den benachbarten Eingeweiden dürften sich dennoch an- knüpfen lassen. Die Verwachsung der Leber mit dem Zwerchfell war in diesem Falle offenbar durch die Cirrhose der Leber bedingt. Indem die- ses Organ an Umfang zunahm, drängte es die Blätter des Ligament, iuspemor. und des Ligament, coronar. aus einander, und kam in ge- nauere Berührung mit dem Zwerchfell. Durch den in der Leber vorhan- denen anomalen Vegetations - Process mussten die in regelwidrigem Con- takt befindlichen Flächen der Leber und des Zwerchfells zur Verschmelzung disponirt werden. Da zugleich die Tuberkel - Krankheit im Körper vor- handen war, so ist die Ablagerung von Tuberkel - Stoff an den verwach- senen Stellen leicht erklärlich. Die Verwachsung war übrigens so aus- gedehnt, dass dadurch die Thätigkeit des Zwerchfells nothwendig^ in hohem Grade gehemmt werden, und in böige dieser Hemmung ein höhe rer Grad von Athmungsbeschwerde, als die Lungen- luberkulose an und für sich mit sich führte, entstehen musste. Endlich halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass die Schmerzen in der linken Hüfte, woran der Kranke seit längerer Zeit litt, die in mancher Hinsicht eigentliümlichen Erstickungs-Anfälle, welche erst in den letzten Lebenstagen auftrateii, das einseitige Oedem der linken Unter - Extremität, welches gleichzeitig mit den Erstickungs - Anfällen erschien, so wie die am Leichnam bemerkte](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21716948_0216.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


