Ueber das Wesen und die Entstehung des Angioma arteriale racemosum ... / Paul Schück.
- Schück, Paul, 1862-
- Date:
- [1885?]
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Credit: Ueber das Wesen und die Entstehung des Angioma arteriale racemosum ... / Paul Schück. Source: Wellcome Collection.
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![hatten Paget20) und von Bruns21) auf dies letztere Causalitäts- verhältnis hingewiesen, seine Bedeutung und Häufigkeit indes noch sehr unterschätzt. Ja, Letzterer rechnet sogar einige durch Arteriotomie (Aderlass) entstandene Fälle yon einfachen oder arteriell-venösen Aneurysmen noch mit hierher, weil er in dem Trauma die überwiegend häufigere Ursache des Aneur. cirs. sieht. Seine Auffassung von dem Charakter der Krankheit erhellt daraus, dass er in seiner Eintheilung der Aneurysmen das cirsoide Aneu¬ rysma als eine diffuse, hochgradigere Affektion dem circumskripten, wahren, spontanen Aneurysma gegenüberstellt und behauptet, dass die letztere Form mitunter, besonders am Kopfe Neigung zeige in die erstere überzugehen. Einen grossen Schritt weiter ist C. 0. Weber22) gegangen, der eine im ganzen noch heute brauchbare Darstellung des Processes gegeben hat. Dieselbe unterscheidet sich von den anderen genannten schon dadurch, dass sie ziemlich ausführlich die Pathogenese des Aneur. cirs. behandelt. Auch geht aus ihr hervor, dass Weber dem Trauma nicht mehr die hervorragendste Schuld an der Entstehung dieser Gefässgeschwulst bei misst, sondern vielmehr mitunter an eine unbekannte Ursache glaubt, andererseits aber bereits erwähnt, dass man oft das anastomotische Aneurysma nicht streng von einer grösseren Teleangiectasie unterscheiden kann, weil die letz¬ tere „zuweilen“ in das erstere übergehe, und solche Übergangs¬ formen mitunter auch zur Beobachtung kommen. Aber auch ihm ist nicht klar, dass es sich hierbei mehr als um eine blosse, wenn auch diffuse Arteriectasie handelt, nämlich um eine echte Geschwulst, ein wirkliches Neoplasma. Dies letztere aber her¬ vorgehoben und z. th. anatomisch schon bewiesen zu haben, bleibt stets das grosse Verdienst Virchow’s, wenn auch zugege¬ ben werden muss, dass er noch nicht so scharf wie Heine von diesem Krankheitsbilde einige Zustände getrennt hat, die ent¬ schieden nicht hierher zu rechnen sind, und dass eigentlich erst Heine den Charakter des in Rede stehenden Leidens als einer arteriellen Geschwulst voll und ganz erkannte und vor allem ihre 20) Paget, Lectur. on surg. pathol. 1853. 2]) V. von Bruns, Handb. d. pract. Chir. Spec. Th. 1. Abtk. Tü¬ bingen 1853. 23) C. 0. Weber in Pitha-Billroth’s Handb. d. Chir. II. Bd. 2. Abthlg.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b3057982x_0028.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


