Französische Geburtshelfer zur Zeit Louis XIV / von Dr. E. Ingerslev.
- Ingerslev, E. (Emmerik), 1844-1916.
- Date:
- 1909
Licence: In copyright
Credit: Französische Geburtshelfer zur Zeit Louis XIV / von Dr. E. Ingerslev. Source: Wellcome Collection.
15/144 page 3
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![Tmviefeni mm Par6 an dieser Stelle, im ganz jungen Alter, außer auf dem Gebiete der Chirurgie auch sonst in der praktischen Geburtshilfe Erfahrung und Einsicht gewoimen hat, mid ob ihm schon damals Gelegenheit gegeben worden ist, die Wendung auf die Füße ausgeiibt zu sehen, muß dahingestellt bleiben; in seiner ersten Beschreibung dieses Eingriffes deutet er auf solches nicht liin, dagegen auf die AVahrnehmungen zweier BarbierkoUegen, die in letzter Instanz möglicherweise aus Erfahrungen im Hotel-Dien herrühren konnten. Denn hier bestand ja schon seit langer Zeit eine Gebärabteilung, aus welcher, wie es später näher geschildert werden soll, bemerkenswerte Anregungen zu jenen Fortschritten in der Geburtshilfe sicher ausgegangen sind, für welche einer Eeihe französischer Akkoucheure im 17. Jahrhundert das A^erdienst zu- geschrieben worden ist. Inwiefern dies auch zur Zeit Par es der Fall war und ob die Fußwendmig in der überlieferten Art, auf die er hiudeutet, schon damals innerhalb der Mauern des Hotel-Dien praktisch ausgeübt wurde, uin erst dm-ch ihn in der Literatur her- vorzuti’eten, darf wolil eine vielleicht doch nicht ganz unwahr- scheinliche Hypothese bleiben. Denn von dem gvoßen chirurgischen (und geburtshilflichen) Materiale im Hotel-Dien finden sich keine literarischen Aufzeichnungen aus der Zeit vor Par6 und nur sehr spärliche aus der späteren. Aluß es nun auch als ungewiß dahingestellt bleiben, ob jene durch Paro repräsentierte Renaissance in der Geschichte der Ge- burtshilfe, che sich durch die Wiedereinführung der AA^endmig auf die Füße kennzeichnet, ihren Ursprung den Erfahrungen aus dem Hotel-Dieu verdankt, stellt es sich hier als eine natürhche Aufgabe dar, dieses älteste unter den Spitälern Europas, so wie es zur Zeit Par cs war, mit ein paar Worten zu berühren und besonders die Gebärabteihmg desselben; wir Averden später bei der Darstellung der französischen Gebui*tshilfe im 17. Jahrhundert Avieder zum Hötel- Dieu zurückkehren. ^ Trotz aller Untersiiclmngen seitens der Schriftsteller, die über Paris geschrieben haben, liegt der Zeitpunkt für die Gründung des Hotel-Dien mid der Name des Gründers im dunkeln. Als solcher wird ja der heilige Landry, sogar mit Angabe des Jahres 650, genannt, es fohlt jedoch der Beweis, daß eben er ein Spital, ein Xenodoebium, errichtete; dieses Verdienst gebührt ihm kaum mehr als .seinen A^orgängorn unter den Bischöfen, die ebenfalls den Xotleidcnden Zuflucht iu der De])cndeuce der Kirche darboteu 1*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24850500_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)