Französische Geburtshelfer zur Zeit Louis XIV / von Dr. E. Ingerslev.
- Ingerslev, E. (Emmerik), 1844-1916.
- Date:
- 1909
Licence: In copyright
Credit: Französische Geburtshelfer zur Zeit Louis XIV / von Dr. E. Ingerslev. Source: Wellcome Collection.
33/144 page 21
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![einem (iebiete g-eltend, auf dem die Giebiirtsliilfe in der Zeit vor ilim (und Par6) im iiöclisten Oi'ade dieser Reform bedurfte: bei Bln- tuug-en (und Konvulsionen) während der Geburt. Gewiß bleibt es das Hauptverdienst Guillemeaus, zuerst im Druck betont zu haben, was ihn Rare gelelnl liatte, es sei bei Blutungen während der Gebui't unstatthaft zu zögern, die Hand des Clnrurgen oder der erfahrenen Hebamme muß eutbindeu, sonst liört die Blutung nicht auf; sein geringes Yertrauen zu der seitens der Hebammen zu er- wartenden Hilfe ergibt sich jedocli aus seinen Worten: „attendu qu'il se trouve peu de Sages-femmes bien exjierimentces pour leur donner aide et les secourir“. Zur Illustration der Gefahren bei diesen Komplikationen und der Xotwendigkeit der Fußwendung führt Guillemeau Kasuistik an und danmter Beispiele mit gewissem liistorischem Interesse, so, wie sclion oben erwähnt, die Geburt der Mine. Simon, der Tochter Pa res, im Jahre 1599, und nocii einen Fall aus 1603 bei Mme. Danz6, wo Louise Bourgeois als Hebamme fungierte und außer Guillemeau mehrere Ärzte anwesend waren, unter denen Honore das Accoucherneut force ausführte, bei welclier Gelegenlieit L. Bour- geois diesen Eingriff — für welchen man ihr mit Unrecht die Priorität gegeben hat — als einziges Hilfsmittel bei drohenden Blutungen während der Geburt zuerst kennen lernte. — Daß Guille- meau hier die Blutungen bei Plac. praevia vor Augen liat, ergibt sich deutlich genug aus seinen Worten, es muß der Chirurg in solclien Fällen naclisehen, ob das Kind oder der Mutterkuchen zuerst kommt, am liäufigsten ist das letztere der Fall, die Placeuta „fällt lierunter“ und deckt mehr oder weniger den Muttermund. Ist sie nicht viel heruntergedrungen, wird sie auf die Seite geschoben, und der Ko])f über den Muttermund geführt, sonst durclibohrt die Hand den Kuchen und ergreift die Füße, oder die Placenta wird ganz ent- fernt mit gleich folgender Herausziehung des Kindes, und hier macht Guillemeau einen Seliritt gegen das riclvtige anatomisdie Yerständ- nis des vorliegenden Mutterkuchens, indem er zur Yorsicht rät, damit niclit die Uterinwand gleichzeitig mitfolge, „weil der Mutter- kuchen bisweilen nicht ganz von dieser gelöst ist“. Außerdem offen- bai-t Guillemeau seine Kenntnis eines niclit ganz seltenen patlio- logischen Yerhältnisses l)ei Plac. praevia, nämlich der atrophischen Bescliaffenlieit des Gewebes mit gleichzeitiger großer Ausbreitung des Kuchens, einem dicken Häutchen mit isolierten Gruppen von Chorionzotten älmlicli, denn er spriclit von solchen Fällen, avo die](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24850500_0033.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)