Französische Geburtshelfer zur Zeit Louis XIV / von Dr. E. Ingerslev.
- Ingerslev, E. (Emmerik), 1844-1916.
- Date:
- 1909
Licence: In copyright
Credit: Französische Geburtshelfer zur Zeit Louis XIV / von Dr. E. Ingerslev. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Priostor behauptete, man könnte ein Kind im ]\Iiitterleibe nicht taufen, während ein anderer Priester, „qui etoit apparemment meilleiir Theologien“, das Gegenteil erklärte, man folgte dem Eate des letz- teren, aber, wie gesagt, zu spät. Mittels dieser (unzweifelhaft humanen) Betrachtung erleichtert Maurice au augenscheinlich sein Gewissen in bezug auf den Ge- brauch des Hakens bei lebendem Kinde, und es ist dieselbe Er- Avägung, die seinen Abscheu vor dem Kaiserschnitte begründet, in- dem er dessen Berechtigung entschieden besti’eitet, insoAveit dadurch die Möglichkeit gegeben Aväre, das lund zu taufen, nachdem es zur M'elt gebracht ist; das läßt sich Amrher tun, und der sichere Tod der Mutter, der Kaiserschnitt, AAÜrd somit vermieden. ZAAÜschen Peu und Maurice au ist dieses Dilemma, wie schon gesagt, auch eine Streitfrage. Ersterer wirft Mauriceau vor, daß er mit so ruhigem GeAvissen das Kind opfert im Yertrauen auf die intrauterine Taufe mittels der Spritze, die Peu nicht ganz verAvirit und selber braucht, doch mit dem Hauptbestreben, das Kind lebend zm‘ Welt zu bringen, um es zu taufen, nachdem es geboren ist, „sous con- dition“, mit den Worten nämlich: „Si tu n’est baptiso, je te baptise au nom du Pere et du Fils et du saiut Esprit.“ Ganz interessant ist es, Mauriceaus Auffassung Amn dieser Frage derjenigen eines anderen berühmten Zeitgenossen, de la Mottes, gegenüber zu stellen. Der Abscheu desselben vor zer- stückelnden Instnunenten nötigt ihn augenscheinlich, sich auf die Seite der Priester gegen Mauriceau zu stellen, Avenn er aber mit der Hand entbinden kami, siegt sein Gefühl als Arzt. Die 347 Obs. de la Mottes (Traite d. accouch. nat., non nat. etc., Paris 1722) betrifft eme Schwangere im sechsten Monate mit starken Blutungen, die nach einem Aderlässe nicht aufliörten. Lamotte beriet sich mit einem Kollegen; beide gingen zu einem Priester, der Docteur de Sorbonne war, und sie trafen hier 7—8 Geistliche, die zu einer Konferenz versammelt Avaren. Sie legten ihnen den Fall vor, daß es- dringend notwendig wäre, gleich zu eutbiuden, und zwar handle es sich dabei um das Leben der Mutter, um die Taufe des lündes. Die ehrwürdige Yersannnlung verwies auf Paulus, daß somit beide sterben müßten. Sie kelirten zu der Frau zurück, die fortwälirend mi Blute schwamm; Lamotte legte sie auf das Lager, führte die Hand Innaiif und zog das Kind heraus, das dann von dem Kollegen getauft wurde; es lebte nocli zwei Tage. — Auf ähnliche Weise im Jahre 1689, als er zu einer Dame gerufen Avurde, die im 3.—4. i\[onate 5*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24850500_0079.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)