Einführung in das Studium der Bakteriologie : mit besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen Technik für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Carl Günther.
- Günther, Carl, 1854-1929.
- Date:
- 1893
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Credit: Einführung in das Studium der Bakteriologie : mit besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen Technik für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Carl Günther. Source: Wellcome Collection.
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![Seh v e in [> fä ngl icIi sind dagegen M e erschweinchen. Diese Thiere lassen sich sowohl subcutan wie vom Magen aus tödtlich infi- oiren; in dem letzteren Falle muss man (wie bei der experimentellen Erzeugung der Meerschweinenencholera [cf. p. 273]) den Mageninhalt vorher mit Sodalösung alkalisch machen und durch intraperitoneale Einverleibung von Opiumtinctur die Darmperistaltik eliminiren, Die Vertheilung der Vibrionen in dem Körper der an der Infec- tion zu Grunde gegangenen Thiere hat R. Pfeiffer veranlasst, den Namen „Vibrionensepticaemie für die durch den Vibrio M. ver- anlasste Krankheit vorzuschlagen. Meerschweinchen und Tauben lassen sich durch Einverleibung sterilisirter Culturen gegen die Infection mit lebenden Culturen im- munisiren.*) Das Blutserum immunisirter Meerschweinchen besitzt (im Gegensatz zu dem Blutserum normaler Meerschweinchen) bacteri- cide Eigenschaften dem Vibrio M. gegenüber (Behring und Nissen; cf. oben p. 186, Anm. 1). Weitere Bouillonculturen des Vibrio M. reagiren stark alkalisch. Dieselben enthalten einen auf die empfänglichen Versuchstiere äusserst giftig einwirkenden chemischen Körper gelöst. Neutralisirt man die (vor- her im Dampftopf bei 100° C. sterilisirten) Bouillonculturen mit Salz- säure, so bleibt die Giftigkeit derselben ungeändert; die Neutralisation mit Schwefelsäure hingegen schwächt die Giftwirkung erheblich ab. Der Vibrio Metschnikoff färbt sich mit kalten Farblösungen; er färbt sich nicht nach der Gram'sehen Methode (p. 100 ff.). 17. Der Vibrio Berolinensis. Neben dem Choleravibrio beansprucht — nächst dem Vibrio Metschnikoff — der „Vibrio Berolinensis das grösste Interesse unter den pathogenen Kommabacillenarten. Dieser Organismus wurde im Sommer 1893 von M. Neisser2), der in Rubner's Institut arbeitete, in Berliner Leitungswasser aufgefunden. Es handelt sich um einen Kommabacillus, der in der Form der Einzelzellen, in der Gestalt und Anheftungsweise der Geisseifäden ') Gamale'fa hatte angegeben, dass der Vibrio M. sich benutzen lüsst, um Thiere gegen die Infection mit dem Cholerabacillus zu immunisiren, und dass um- gekehrt auch mit Hülfe des Cholerabacillus Thiere gegen [nfection mit dem Vibrio M. immun gemacht werden können. R'. Pfeiffer und Nocht haben nachgewiesen, dass von einer solchen wechselseitigen Immunität keine Rede ist. 2) Cf. die vorläufige Mifctheilung von Rubner, Hygienische Rundschau 1893. No. 16. Die ausführliche Neisser'sehe Arbeit wird im „Archiv für Hygiene erscheinen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21724428_0307.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)