Einführung in das Studium der Bakteriologie : mit besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen Technik für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Carl Günther.
- Günther, Carl, 1854-1929.
- Date:
- 1893
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Credit: Einführung in das Studium der Bakteriologie : mit besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen Technik für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Carl Günther. Source: Wellcome Collection.
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![Der Diplococcus pneumoniae färbt sich mit den gewöhnlichen wässerig - alcoholischen Farbstofflösungen; hier wird der Protoplasma- körper dunkel gefärbt, während die Kapsel nur eine ganz geringe Färbung annimmt. Der Organismus färbt sich auch nach der Grant- schen Methode (p. 100 ff.); bei der letzteren bleibt aber nur der Protoplasmakörper gefärbt, während sich die Kapsel vollständig entfärbt. 1). Der Bacillus pneumoniae. Der Bacillus pneumoniae (Pneumoniemikrococcus [Pneumo- coccus] Friedländer) wird in seltenen Fällen bei der menschlichen Pneumonie gefunden, und zwar hier entweder allein oder mit anderen Mikroorganismen zusammen. Er ist auch bei anderen Affectionen (bei Schnupfen im Nasensecret, bei Otitis media acuta) gefunden worden. Der Bacillus pneumoniae unterscheidet sich sofort durch seine erheblichere Grösse von dem Diplococcus pneumoniae. Man ver- gleiche hierzu die beiden Photogramme Fig. 68 und Fig. 69 (Taf. XTT), die beide bei lOOOfacher Vergrösserung aufgenommen sind. Fig. 69 entstammt einem Präparate, welches von dem Pleurasafte einer nach intrapleuraler Infection mit dem Bacillus pneumoniae gestorbenen Maus hergestellt wurde1). Man sieht an dem Bilde sehr schön die ausge- prägte Kapselbildung bei diesem Organismus. Uebrigens werden die Kapseln auch hier (wie bei dem Diplococcus pneumoniae) nur innerhalb des thierischen (resp. menschlichen) Organismus gebildet. Die Länge des Bacillus ist verschieden. Eigenbewegung ist nicht vorhanden. Der Bacillus pneumoniae wächst auf den gewöhnlichen bakterio- logischen Nährböden, und zwar sowohl bei Zimmertemperatur wie bei Brüttemperatur. Auf der Gelatine platte bilden sich weisse Colonien, welche, an die Oberfläche des Nährbodens gelangend, sich als dicke, halb- kugelige, porcellanartig glänzende weisse Knöpfchen über der Gelatine erheben. Die Gelatine wird nicht verflüssigt. In der Stich- cultur kommt in der gesammten Ausdehnung des Impfstiches Wachs- thum zu Stande; es bildet sich eine weisse Wucherung, die sich auf der Oberfläche (ähnlich wie bei der Plattencultur) besonders kräftig entwickelt und hier als dicker, halbkugeliger, nagelkopfähnlicher („Nagel- *) Das Präparat stammt aus dem Januar 1885. Die Maus war von Fried- länder persönlich mit einer seiner Originalculturen inficirt worden.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21724428_0332.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)