Einführung in das Studium der Bakteriologie : mit besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen Technik für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Carl Günther.
- Günther, Carl, 1854-1929.
- Date:
- 1893
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Credit: Einführung in das Studium der Bakteriologie : mit besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen Technik für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Carl Günther. Source: Wellcome Collection.
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![regelmässig kommen, bei denen die Temperatur keine Intermissionen, sondern nur unregelmässige Remissionen macht, die gar nicht oder schlecht auf Chinin reagiren, und die häufig.zu der gefürchteten Malariacachexie führen. Hier ist auch der Plasmodienbefund ein anderer. Man findet zwar auch die oben genannten Formen, aber ausserdem sichel- und halbmondförmige („Laverania) sowie ovale Körperchen, deren Naturgeschichte noch wenig bekannt ist. Die Segmentationsformen findet man bei diesen pernieiösen Fiebern weniger im peripherischen Blute als im Blute innerer Organe (Milz, Gehirn). Auch geisseltragende Formen finden sich bei den Malaria- fiebern im Blute. Die künstliche Züchtung der Malariaplasmodien ist bisher nicht gelungen1). Durch intravenöse Einverleibung von Aderlassblut des Malariakranken in den Körper des gesunden Menschen hat man die Krankheit zu übertragen vermocht (cf. p. 172). Ist das letztere Experiment für die speeifische pathogene Bedeutung der Plas- modien natürlich durchaus nicht beweisend, so ist andererseits jedoch damit nachgewiesen, dass der Erreger der Malaria im Blute des Kranken vorhanden ist. Nimmt man nun die Thatsache dazu, dass in diesem Blute mikroskopisch constant Gebilde zu finden sind, an denen man einen Entwickelungscyclus verfolgen kann, die also als selbständige Organismen aufgefasst werden nuissen, berück- sichtigt man andererseits die Thatsache, dass sich diese Gebilde aus- schliesslich bei der Malaria, sonst aber bei keiner anderen Krank- heit vorfinden, so ist der Schluss kaum abzuweisen, dass wir es hier mit parasitären Organismen zu thun haben, die der Malaria eigenthümlich sind, d. h. dass wir in den Plasmodien des Malariablutes die wirklichen Erreger der Malaria- fieber vor uns haben. Den Erregern der Malaria ähnliche Organismen („Polymitus) hat man auch im Blute gewisser Vogelarten als endoglobuläre Parasiten aufgefunden (Danilewsky). Es handelt sich hier um einen ziemlich häufigen Befund, bei dem die Thiere gewöhnlich nicht krank erscheinen. Auch bei der „Hemoglobinurie microbienne des boeufs x) Sacharoff fand, dass die Malariaparasiten in dem Körper des abgekühlten Blutegels (nach der für Eecurrensspirillen von Pasternatzky [cf. oben p. 324] angegebenen Methode) eine ganze Eeihc von Tagen lebend conservirt werden können.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21724428_0348.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)