Ärztliches aus griechischen Papyrus-Urkunden; Bausteine zu einer medizinischen Kulturgeschichte des Hellenismus / Karl Sudhoff.
- Karl Sudhoff
- Date:
- 1909
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Credit: Ärztliches aus griechischen Papyrus-Urkunden; Bausteine zu einer medizinischen Kulturgeschichte des Hellenismus / Karl Sudhoff. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Auch Geflügel ist vorhanden und wird bei Festlichkeiten verspeist, z. B. Hühner [ÖQV(i)sg) und Tauben [mQi(7TS.Qei8iu) bei einem Festmahl, in den Berliner Grie- chischen Urkunden, Bd. II, Nr. 596, vom Jahre 84 n. Chr. Schon der Preis verbot ja täglichen Genuß von Geflügel, da wir gelegentlich zwei Hühner mit 8 Drachmen erwähnt finden, während die Artabe Weizen gleichzeitig zu 7 Drachmen stand. Auch Gänsefleisch {xoia wird ab und zu erwähnt, z. B. in Nr. 54 der Louvre Papyri (Notices et Extraits, Tome XVIII, 2, vom Jahre 1865, S. 330fif.). Im alten Ägypten mit seinen vier Monate lang dauernden Überschwemmungen war die Gans seit den ältesten Zeiten heimisch und beliebter Jagdvogel und mit ihrem wenig wohlschmeckenden tranigen Fleisch Nahrung des niederen Volkes. Doch gab es mehrere Arten (mindestens drei) in verschiedener Wertabstufung. Der „Vogel“ des alten Ägyptens ist die Gans und nicht das Huhn (Oe). Daß Fleisch ein seltenes Nahrungsmittel gewesen sein muß, haben schon Wessely und Wilcken betont; reichlicher wurden Fische gegessen, nament- lich getrocknete (lufttrockene) und eingepökelte (jäovxog bezw. rÜQixoq). Auch Milch trifft man, allerdings nicht häufig, genannt; sie fand vielfach als Käse {tvqöq), Verwendung, besonders als gesalzener [rvQÖg älvicog). Butter wird gar nicht erwähnt; auf die Milch kommen wir in dem Abschnitt über das Ammenwesen noch kurz zu sprechen. Natürlich gilt das alles nur für den gemeinen Mann und nicht für alle Zeiten. In einer Requisitionsliste gelegentlich eines hohen Besuches in Hermopolis aus den Jahren 145 —147 n. Chr. wird neben manchem anderen die Lieferung von Ochsenfleisch [icgicov und Schweinefleisch (/o/psi), Wein und Essig {oYvov xai ö|ou^), Gänsen ['/t'jvcov), Hühnern und wildem Geflügel [6ovst& xcd äy{)tfica^), Öl, Pökelfischen und Käse {hXamv xai ra^lyoiv xul toiqcüv), Ge- müsen und frischen Fischen xul ix^) vorgeschrieben (Greek Papyri in the British Mus. III, Nr. 1159, S. 112 —114). Und eine Berliner griechische Urkunde (Bd. II Nr. 377) aus dem 7. bis 8. Jahrhundert nach Christo bringt eine Liste über die Tageslieferungen in ein fiayei^sTov, eine Garküche, über Essig, Pökelbrühe, Schafe {TtQÖßuru), Böcklein {uqviu), Ferkel {deXcpaxeg), Schweine [xoTqoi), Hühner [öovld-(uY), Tauben [nsQiazsQia] und Eier (fv«), von denen nur die letzteren noch nicht erwähnt sind, da sie auffallend selten in den land- wirtschaftlichen Lieferungspapyri sich finden, so daß man wohl annehmen muß, sie seien überhaupt kein gangbarer Handelsartikel gewesen. Doch werden sie beispielsweise in Oxyrhynchos Papyr. IV, 784 in einer Rechnung genannt (w&)i/;«6), ebenso mehrfach in Rechnungen der Petrie Papyri, z. B. Band III, Nr. 135 (S. 324, 5), Nr. 136 (S. 325, 20) und Nr. 142 (S, 332, 3) roid, aus früherer Zeit. *) öfo? scheint aber stellenweise auch den gewöhnlichen Landwein zu bezeichnen, wenn nicht sogar an Bier manchmal gedacht werden muß, da im älteren Ägypten Bier und Essig nicht unterschieden werden (Oe).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28039634_0025.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)