Chemisches Apothekerbuch : Theorie und Praxis der in pharmaceutischen Laboratorien vorkommenden pharmaceutisch-, technisch- und analytisch-chemischen Arbeiten / von Adolf Duflos.
- Duflos, Adolf, 1802-1889.
- Date:
- 1880
Licence: Public Domain Mark
Credit: Chemisches Apothekerbuch : Theorie und Praxis der in pharmaceutischen Laboratorien vorkommenden pharmaceutisch-, technisch- und analytisch-chemischen Arbeiten / von Adolf Duflos. Source: Wellcome Collection.
922/976 page 890
![ein Theil des Metallniederschlages ungelöst geblieben, so kann dieser nicht wohl etwas anderes sein als Antimon. Behufs näherer Prüfung wird dieser Rückstand unter Zusatz von etwas chlorsaurem Kali in Salzsäure gelöst und darauf, nach Austreibung des überschüssigen Chlors, zu der Lösung Schwefelwasserstoffwasser gegeben — ein orangerother Niederschlag giebt unzweifelhaft das Antimon zu erkennen (vgl. S. 710). A ii li a li g. P r ü fu ng der Harnstein e. § 25. Die Harnsteine oder Harnblasensteine weichen in ihrer Zusammensetzung mannigfaltig von einander ab, obwohl allerdings Harnsäure (vgl. S. 465) einer der am häufigsten vorkommenden Bestandtheile derselben ist, daher auch der Name Lithensäure. Es ist aber für den Arzt von grosser Wichtigkeit bei vorkommen- den Fällen diese Zusammensetzung kennen zu lernen, um daraus einen Rück- schluss zu ziehen auf die Ursache der Bildung und demnächst auf die Art der anzuwendenden Mittel, um die fernere Bildung zu hindern, und vorhandene, wenn möglich, auf therapeutischem Wege zu entfernen. Nicht selten wird daher auch von Seiten der Aerzte und wohl auch der Leidenden an den Apotheker das Gesuch gestellt, in ersterer Beziehung Auskunft zu ertheilen, und es dürfte somit nicht unangemessen sein, hier Einiges mitzutheilen in Betreff der Art und Weise, wie man bei derartigen Untersuchungen zu verfahren habe. Verbrenn- liche Harnsteine. A. Man prüft zunächst das Verhalten beim Erhitzen einer kleinen Probe von dem zerriebenen Concremente auf Platinblech über der Weingeist- oder Gaslampe. 1) Die Probe verbrennt entweder vollständig oder mit Hinter- lassung eines nur geringen Rückstandes. Es gehört in solchem Falle das Concrement zu den verbrennlichen und kann bestehen entweder aus Harnsäure allein oder harnsaurem Ammon, aus Xanthin oder aus Cystin. a) Die Erkennung der Harnsäure unterliegt, wie schon S. 466 erwähnt, keiner Schwierigkeit. Man bringt 1-—2 Tropfen officinelle reine Salpetersäure auf ein Platinblech, streuet ein wenig von der zerriebenen Probe hinein und er- wärmt gelinde über der Weingeistlampe —• die Harnsäure wird unter Brausen gelöst und die Lösung hinterlässt bei weiterem behutsamen Erwärmen einen gelb- hchrothen Rückstand, welcher beim Betupfen mit Kalilauge blau, beim Betupfen mit Salmiakgeist carmoisinroth wird. — Harnsaures Ammon verhält sich gleich, entwickelt aber beim Einträgen einer kleinen Probe des daraus bestehenden Con- crements in einen Tropfen auf das Platinblech gebrachter Aetzkalilauge sofort den Geruch nach Ammoniak. b) Aus Xanthin (=Cl0H4N4O4) bestehende Harnsteine gehören zu den selt- neren. Dieser Körper (auch harnige Säure genannt., weil er von c]er Harn- säure durch ein minus von 2 0 sich unterscheidet) erleidet, wie die Harnsäure, beim Erhitzen keine Schmelzung, entwickelt aber dabei einen deutlichen Geruch nach Blausäure, wird von Salpetersäure ohne Auf brausen gelöst. Die Lösung hinterlässt beim Verdunsten einen citrongelben Flecken (daher auch der Name), welcher durch Ammoniak nicht verändert, aber bei nachträglichem Zusatze von Kalilösung tief rothgelb wird. Das Xanthin ist ferner in Kalilauge löslich, wird aus solcher Lösung durch Kohlensäure und Essigsäure (wie Harnsäure), nicht aber durch Salmiaklösung (abweichend von Harnsäure) gefällt. Vgl. S. 463.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28089716_0922.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


