Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1906
Licence: In copyright
Credit: Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
13/246 (page 8)
![Belege für die einstige Verwendung der heiligen Sieben im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende auf den Gebieten der Literatur, der Inschriften, der bildenden Kunst uns unwiederbringlich ver- loren gegangen sind. Wenn wir trotz dieser ungeheuren Verluste die Siebenzahl bereits in den ältesten Kulten der Griechen eine wenigstens annähernd ähnliche Eolle spielen sehen, wie in den heiligen Schriften des jüdischen Volkes, so dürfte diese Tatsache sicherlich auf eine außerordentlich große Bedeutung und Ver- breitung der hebdomadischen Fristen und Bestimmungen schon in den allerältesten Zeiten hinweisen. Für diese Annahme spricht namentlich auch der Umstand, daß — wenn nicht alles trügt — die hebdomadischen Fristen noch älter und ursprünglicher sind als die in der Zeit des älteren Epos stark verbreiteten enneadischen und sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ebenso auf die Vier- teilung des ältesten 28tägigen Mondmonats (Lichtmonats), wie die enneadischen und dekadischen auf die Dreiteilung des späteren Monats von 27 bezw. 30 Tagen, zurückführen lassen. Das Ge- nauere siehe im systematischen Inhaltsverzeichnis zu meiner Ab- handlung über die Sieben- und Neunzahl im Kultus und Mythus der Griechen [= Abh. II]*) S. 115 ff. u. S. 69 f. B. Die Hebdomaden im älteren Epos. Fristen von sieben Tagen oder Jahren kommen zwar nicht in der Ilias vor, in der vielmehr die enneadischen Fristen außer- ordentlich häufig sind^), finden sich aber öfters, und zwar nicht weniger als achtmal, in der Odyssee (s. Abh. I 8.46! u. S. 60). Als Beispiel für die siebentägige Frist führe ich hier an: Od. z 80; s^fj^iaQ (ih> ouäg jtXeo^iev vvztccg xe %al r]iucQ^ eßdo^idx]/ d’ fzö^ieö&a ylä^iov ai:itv JttoXieü^Qov. *) Bei dieser Gelegenheit bemerke ich ein für allemal, daß ich meine Ab- handlung über die enneadischen und hebdomadischen Fristen und Wochen der ältesten Griechen mit Abh. I, die Schrift über die Sieben- und Neunzahl im Kultus und Mythus der Griechen dagegen mit Abh. II zitiere. i) Vgl. Abh. I, S. 15. — Doch findet sich in der Ilias wenigstens eine Frist von 7 Monaten im Mythus von dem Siebenmonatskinde Eurystheus T 117: 7j d’ invEi. (p/Aor vlov, 6 d’ sßdofiog ißzipet, ftftg' || ek d’ äyayE ngb (pötoßde nal ^InöfiTjuov Eovra.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24876562_0014.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)