Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1906
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Credit: Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![1. Das gesamte normale Leben des Mannes (nicht der Frau!) von 70 Jahren zerfällt in zehn gleiche Abschnitte von je sieben Jahren, die hier zum erstenmal ißdo^idöeg genannt werden. 2. Diese Abschnitte von je sieben Jahren stellen eine ununter- brochen fortlaufende Stufenfolge dar, deren Grenzpunkte als kritisch oder klimakterisch bezeichnet werden können, insofern regelmäßig im siebenten oder nach vollendetem siebenten Jahre eine neue Stufe der Entwicklung beginnt und somit eine ^Qtßig oder ^itxnßolri, d. h. eine Veränderung des bisherigen Zu- standes, stattfindet.Die tritt in der 4. und 7. Hebdomade ein. 3. Die Reihe der solonischen Stufenjahre lautet also in arabischen Zahlen ausgedrückt: dx^iTj^ =14 7 14 21 28 35 42 49 56 63 70 Fragen wir nunmehr, nachdem wir diese drei wichtigen Tat- sachen konstatiert haben, nach der Entstehung der solonischen Hebdoniadentheorie, so lautet die Antwort zunächst: es muß schon längst in dem Kulturkreise, dem Solon angehörte, die Sitte be- standen haben, größere Zeitabschnitte der besseren chronologischen Übersicht wegen in Hebdomaden (oder Heptaden) von Jahren einzuteilen, weil sonst Solons Einteilung des menschlichen Lebens schwerlich Anklang und rechtes Verständnis beim Volke von Athen, auf das sie doch sicherlich in erster Linie berechnet war, gefunden hätte. Nun ist es, wie ich bereits früher (s. Abh. 1, S. 65) ausgesprochen habe, bei den innigen Beziehungen Athens zu Delos und dem dortigen Apollonkulte, in dem nach des Aristoteles aus- drücklichem Zeugnis, der sonstigen Bedeutung der Siebenzahl im • Kultus und Mythus des Apollon entsprechend (s. Abh. I, S. 61), in ältester Zeit die Rechnung nach dxrevriQiösg üblich war, in hohem Grade wahrscheinlich, daß die solonischen, in Athen offen- bar volkstümlichen Hepteteriden mit denen des delischen Apollonkultes innig zusammenhingen, wie wir denn ja auch soeben 13) Aristoxen. b. Stob. I pr. 6 [p. 20, i W.] = Diels, Fragm. d. Vorsokrat. 280, 34 ff. (von den Pytbagoreern): ovzag iv neqiGGuig 'fjfiEQcug ui KQiGsig r&v voGrj(iKxcov yivfGQ'KL SokovGi xal at fisraßokccl, ort 6 itSQirrog xal ccQ%‘^v xal TBi.EVX'Tjv xcd fiEGov E%EL, dx(i7]g xcd Txcc^ux^rjg iyofiEvat. Galen. IX, gio: drcaGa d’ o^v^Qonog fiExaßolrj XQiGig ovo^d^Exai.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24876562_0022.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)