Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1906
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Credit: Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![II. Die HeDdomadenlelire der Pytliagoreer. Wie wir soeben gesehen haben, hängt die Zahlentheorie der Pythagoreer auf das innigste mit derjenigen der Orphiker zu- sammen®“''), die ihrerseits wiederum mehrfach aus den delphischen Kulten und Mythen des Apollon und Dionysos geschöpft haben, in denen die Siebenzahl von besonderer Bedeutung gewesen ist.®“*) Auf Grund dieser Tatsachen dürfen wir von vornherein vörmuten, daß auch in der Lehre der Pythagoreer, die ja ebenso wie ihre Lehrmeister, die Orphiker, mit Delphi und den daselbst blühenden Kulten des Apollon®^) und Dionysos®®) in inniger Verbindung 30^^) Diog. L. 8, 8: Icov 6h 6 Xiog iv roig T^Layfiolg q^rjCSiv ctvtbv (r. UvQ'ccy.^ Evia non]6avxa avevsyKeiv slg ^O^q^ecc. Vgl. Lobeck, Agl. 725. Gomperz, Gr. Denker^ I, 11 2. Rohde, Psyche ^ II, 160, 164, i. 167. 30^) S. Ahh. II S. 4 ff. und 22 ff. 31) Diog. L. 8, 8 (= Diels, Vorsokrat. p. 27 nr. 3): (ptpi 6s kkI 'AqlGx6- ^svog ra TtXsiöra rav ri&i%av 6oyfiurav Xaßsiv rbv UvQ'ayÖQav TCaQu 0e(juGro- KlsCag rrjg iv AsXrpoig. Über den. angeblichen Verkehr des 'apollinischen Heiligen’ Abaris mit Pythagoras s. Rohde, Psyche^ 2, gi, i. Ganz ähnliche Bezielmngen wie Abaris besitzt aber auch Aristeas, der qjoißoXa^rtrog (Herod.), zu Pythagoras und seiner Lehre: Rohde a. a. 0. II gzff.'u. 99, 2. Jamblich, V. Pyth. 138. Von dem berühmten Arzte Demokedes von Kr0ton, der von Jambl. a. a. 0. 257 zu den Pythagoreern gerechnet wird, erzählt Timaios b. Athen. nsQGiKrjv syav GtoXrjv 7TSQtsQ%srai xaTg iß66/xcng xovg ßa^aoiig /xsxa xov TTfvxdvsag. Da nun Kroton einer der Hauptmittelpunkte der Orphik und des Pythagoreismus und zugleich ein durch Apollokult ausgezeichneter Ort war, so dürfte die Vermutung gerechtfertigt erscheinen, daß es sich in diesem Falle um einen krotoniatischen Apollonkult am siebenten Monatstage handelt (vgl. Philologus LX S. 362 h, Anm. 6“ und Gruppe, Lex. d. Myth. HI, Sp. I loi f.). Endlich galt Pyth. als Sohn Apollons (Dichter b. Jambl. v. Pyth. 5. Luc. d. mort. 20, 3. Gail. 16 etc.) oder als axtb xTjg 'ATXÖXXavog Tjysfioviccg (Jambl. 8), oder sogar als AnoXXav TneQßoQsiog oder Uufftog und Ilcaav (Jambl. gi. 135. 140. Ael. V. h. 2, 26. Luc. a. a. 0.). 32) Bekanntlich wurde Pythagoras wegen der inneren Verwandtschaft der pythagoreischen Mysterien mit den orphischen zu einem Schüler der Thraker, der Verehrer des Dionysos und des mit dessen Mythus und Kultus zusammen- häugenden Glaubens an Unsterblichkeit und Seelenwanderung, gemacht (Jamblich V. Pyth. 146. Hermipp. b. Joseph, c. Ap. i, 22; vgl. Rohde, Psyche^, 31, i), wie denn auch dementsprechend der thrakische Gott Zalmoxis (= Dionysos) ein Schüler und Sklave des Pythagoras gewesen sein sollte (Herod. 4, 95; vgl. Rohde a. a. 0. II 28 ff.).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24876562_0032.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)