Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1906
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Credit: Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![für die dfzdc? (vgl. Abel, Orphica frgm. 144. 146. 147. 149. 151), sodann die Erwägung, daß nach einer uralten, bereits in die älteste Medizin der Griechen übergegangenen Volksanschauung bei Krankheiten und biologischen Entwicklungen aller Art der siebente Tag (Monat, Jahr) der entscheidende (kritische) Termin (^«<004) ist, der entweder die Wendung (xoiotg, (leraßoXi^')'*^) zur Besserung (= vyi'iicc) oder zur Verschlimmerung (L^tTccGig, iXavarog) bringt, von Athena aber, der Göttin des Sieges (’AiXrivä Ni'zrß und zugleich der Gesundheit ('A/Vyieicc, HccKovia), in den kritischen Augen- blicken des Lebens (yMiooi, y.oi'Geig, TjutQca y.ot'ai^ioi) die Ent- scheidung {y.Qi'Gig) abhängt.“*“) Denn daß die alten Pythagoreer, zu denen auch bedeutende Arzte, wie z. B. der oben erwähnte Demokedes (der nach Anm. 31 einen förmlichen Kult der eßöoiirj getrieben haben soll), gehörten, sich die uralte Lehre von den kritischen Tagen angeeignet hatten, ist nicht bloß an sich wahr- scheinlich, sondern scheint auch aus der Bezeichnung der kritischen Tage als „pythagorici numeri“ liei Celsus (de ined. 3, 4, p. 81 Daremb.) zu folgen. Eine ganz ähnliche Bedeutung hat es wohl, wenn die Siebenzahl mit Tyche identifiziert wird. Denn auch ,Da sonst unter dem &Ecbv narrjQ rjde xal (Hes. th. 4^^) Zeus zu verstehen ist, so dürfen wir wohl annehmen, daß in dem betreffenden orphischen Gedichte die Sechszahl dem Zeus gleichgesetzt war. 42j Stob. I pr. 6 [p. 20, i W. = Diels, Vorsokrat. 280, 25 tf.J ek rcoy A^lOzo^ev ov TZ. aQtQ-yzjZLKriq |F. H. G. II 289 fr. 81); zi]v ö'e tzeqI rovg UQid'^wvg TtQwyfiatEua) fxdXiGzci Ttccvzav ziiifjOca Öokei lIvd’ayoQccg aal TtQoayayEn' Eig rb tcqoG&ev . . . z&v 6'e ccQL&fiäv ciQzioi /ÄEy EiOiv oz Etg i'oa Öluiqov^ievoi, rcEQi-öOoi öh 01 sig uvLöa r.cä ftEffor EyovxEg. oviag iv TtEQiOGaig i]i(E^ctLg cd %qioELg zCov voßzi- fiuzozv yLvEGQ^az öoKOVGi xca fiEzaßokcd, ou 6 TtEQzzzbg Kal äppA Kal teXevzi)i' Kal fCEGov e%el. d^XTjg Kal aKyTjg Kal Tta^aKfiijg ixöfiEvai. Galen. 9i aztaGa d’ b '^VQQOTto g izEraßakz) KQiGig bvo^a^Ezaz. 43) Eine ähnliche entscheidende Rolle spielt Athena auch im attischen Orestes- mythus, indem .sie den 0. freispricht oder durch den Areopag freisprechen läßt fs. Pkelleu-Eobekt I, 220, 2). Die oben im Texte gegebene Erklärung für die Gleichsetzung der Siebenzahl mit Athena rührt von mir sollest her und erscheint mir plausibler als die, wie es scheint, schon von Philolaos gegebene, nach dem die Eitiug der Athena als nao^Evog dfiyrcoQ oder dfi/jvcoQ Nlkij Kal UaQd'Evog gleichgesetzt sein sollte, weil die Siebenzahl weder einen Faktor hat noch selbst^ Faktor einer anderen Zahl unter der 10 ist (vgl. Alex. Aphr. z. Metaph. i, 5 p. 985'’ 26 ff. .Tambl. Theol. arithm. S. 44 Ast usw. Zeleer, Gesch. d. Phil.® I 336 “ u. 344 Anm. 3. Abh. II S. 31). Diee.s freilich (Vorsokrat. p. 257, 9 ff.) ist geneigt, diese arithmetisch-mystische Spekulation für apokryph, weil aus einer zweifel- haften Quelle stammend, zu halten; vgl. jedoch Anm. 44.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24876562_0037.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)