Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1906
Licence: In copyright
Credit: Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
36/246 (page 31)
![für die Beeinflussung der griechischen Wissenschaft durch die Astrologie der Babylonier, die bekanntlich die Erflnder der Vorstellung von sieben Sphären und sieben Planeten gewesen sind.^’) Wir werden später sehen, zu welcher Bedeutung diese astrologische Lehre von der Siebenzahl der Planeten in der Zeit nach Alexander d. Gr. gelangt ist. Ja sogar die eigentliche Haupt- und Urwurzel der heiligen Siebenzahl, nämlich die siebentägige Woche oder Frist als Viertel des alten 28tägigen siderischen oder Lichtmonats (s. Abh. I, S. 5 ff'.), scheinen schon die Altpythagoreer in den Be- reich ihrer philosophisch-mathematischen Spekulationen gezogen zu haben, da z. B. Alexander v. Aphrodisias (s. unten!) und der Scholiast zu Aratos’ Phain. v, 8o6 ausdrücklich liehaupten, daß der Mondmonat nach pythagoreischer Lehre in vier Wochen zu je sieben Tagen zerfalle.^®) Daher ist es auch überaus wahr- scheinlich, daß bereits die Altpythagoreer die sämtlichen nach dulcissimam quidem concinant melodian. Plin. n. h. 2, 84. Zeller a. a. 0. i^, 370 3- 373- auch Aristot. Metaph. 14, 6 (s. oben S. 251.). 47) Genaueres darüber in meinem mytholog. Lexikon I3d. III unter „Planeten“ Sp. 251911. Hier ist Sp. 2522 Anm. auch die Frage angeregt woi’den, wie denn die Altpythagoreer die Planeten Saturn, Juppiter, Mars, Merkur benannt haben. In erster Linie kommen liier, wie ich a. a. 0. ausgeführt habe, wohl die etwas abstrakten aber gerade wegen ihrer Abstraktheit für Philosophen sich besonders eignenden Namen wie ArtA/iwi' = Merkur, Oai&wv = Juppiter, Ouhnov — Saturn, IIvQOBiq — Mars (die alle verschiedene Nuancen des Glanzes bezeichnen) in Betracht; doch halte ich auch die Möglichkeit nicht für ganz ausgeschlossen, daß bereits die Altpythagoreer ebenso wie die Späteren (s. Lex. d. Myth. lil 2530t'.) zur Bezeichnung der sieben Planeten die sieben altionischen Vokale, die zu- gleich Alusiknoten bedeuteten (Sphärenharmonie!), verwendet halien. 48) Schob Arat. 806, p. 122 Bekk.; tovzcov de [d. i. der Mondphasen] ahlciv OL IIvd'ayoQL'Kol rbv tnxu a.QLO'f.iov vnozid'ivxai, (pvOixonazov zs Kai i^avfiaOzbi' eivai Uyovzig. Außerdem gab es aber nocli eine Theorie von sieben cpdaeig (ß-p'jfiuza) des Mondes (Seleukos b. Clem. Al. Strom. 6 p 865 B Sylb.: äLl« Kai avzrj Ka&aTteo 2!ilsvKog o fiaQ-ijf.iazLKbg [um 150 v. Chr.J 7iaQadLd(oßLV, STCzaKig fiizaöiijfiazl^ezai [i] 6ih]vyi\. yivizai yaQ ucpsyyovg fop'OfidiA, elza ()iyoz6i.Log, dz' dyLCpLKVQZog navßikyjvög zs Kai Kaz' aTtOKQOvGiv ndliv dfiqpLKV^zog, biynzofiog zs öyLoiwg Kai jjiijvosidrjg. Ebenso Macrob. in Somn. Scip. i, 6, 55 und Galen. 19 p. 280 K = Diels, iJoxogr. p. 627, 20 ff. S. Abh. I S. 49, Anm. 156, wo noch weiteres Material zu finden ist. Vielleicht ist auch diese Theorie ursprüng- lich altpythagoreiscb. [Borcihor.st, De Anatolii font. Berol. 1905 p.62, der Seleukos übersehen hat, glaubt, daß Poseidonios ihr Urheber sei.] Übrigens gab es neben der hebdomadischen Bemessung des Monats auch eine enneadische bei den Pytha- goreem; s. Varro b. Gell. N. A. i, 20, 6 (s. Abh. I, Anm. 200).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24876562_0039.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)