Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1906
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Credit: Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![ergeben sich als Produkt 210 Tage, d. h. die Zahl der Tage, die ein Siebenmonatskind braucht, um zur Welt zu kommen (vgl. Ast, Theol. ar. p, 47b und unten Kap. VIII). Es dürfte klar sein, daß, wenn auch nach der etwas gesuchten und künstlichen Auf- fassung der Sechszahl in dieser Theorie vom partus minor eine gewisse Rolle zugeschrieben wird, dabei doch, genau genommen, der Sieben zahl eine weit größere Bedeutung zukommt: man denke nur an die Tatsache, daß es sich hier um Siebenmonats- kinder handelt, die zu ihrer Entwickelung 210, d. i. 30 x 7 Tage, brauchen, und daß diese Kinder bis zum Begiun des siebenten Tages ihrer anfänglichen Entwickelung aus milchartigem Safte, vom siebenten bis vierzehnten (= 2 x 7ten) Tage aber aus blutartiger Flüssigkeit bestehen sollen, während die Uestaltung des Körpers fünf Hebdomaden oder 35 Tage beansprucht, so daß auch hier wieder die v.Qiatiq oder ^leraßoXca' an den Grenzen des siebenten, vierzehnten und fünfunddreißigsten Tages angenommen werden. Noch deutlicher als beim partus minor soll nach der Auf- fassung des Censorinus oder von dessen Quelle die Siebenzahl beim partus major hervortreten. Hier dauert die erste Periode der Entwickelung des Fötus, also dessen niilchartiger Zustand, sieben^*'), seine körperliche Gestaltung nicht wie vorhin 35, sondern viel- mehr 40 Tage, eine Frist, die auch sonst in der antiken Medizin und auf anderen Gebieten eine ziemliche Bedeutung erlangt hat (vgl. Hiezel, Sächs. Ber. 1885, S. 42 Anm.). Multipliziert man aber diese 40 Tage mit sieben, so erhält man 280 Tage oder 40 Hebdomaden. Dann heißt es weiter bei Censorin: sed quoniam ultimae illius hebdomadis primo die editur partus, sex dies UQQEV rov drjXeog %txl ra iv Totg Se^iOEg rav iv rotg svavvixoig. — Vgl. auch die (altpythagoi’eischen?) Spekulationen über die Zahl 35 (= h') b. Nicom. Geras, b. Ast, Tbeol. ar. p. 47 f. und Ast, p. i8g. 50) Damit vergleiche man die wohl aus Poseidonios’ Kommentar zum platonischen Timaios stammende Notiz des Varro in seinen „Hebdomades“ b. Gell. N. A. 3, IO, 7: ad bomines quoque nascendos vim numeri istius porrigi pertinei-eque ait [Varro]: Nani cum in utei'um, inquit, mulieris genitale semen datum est, primis Septem diebus conglobatur coagulaturque fitque ad capiendam figuram idoneum. Post deinde quarta bebdomade, quod eius virile secus futurum est, caput et spina, quae est in dorso, informatur . . . Das Weitere s. unt. in Anm. 51.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24876562_0042.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)