Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1906
Licence: In copyright
Credit: Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
40/246 (page 35)
![decedunt et diicentesimus septuagesimiis qiiartus observatur.^^) Diese Zahl aber (274) stellt fast genau drei Viertel eines Jahres von 365 Tagen dar, insofern die Differenz zwischen 365 und 274 gerade 91 Tage beträgt, und diese 91 Tage fast genau ein Viertel- jahr ausmachen (91 ><4 = 364). Wie es scheint, liegt also auch dieser Bestimmung des partus major genau genommen ein Produkt der Sieben zugrunde, insofern es sich, wie auch die Darlegung des Censorinus ziemlich deutlich zu verstehen gibt, ursprünglich wohl kaum um 274, sondern vielmehr um 280, also um 40 Hebdo- niaden oder sieben Tessarakontaden handelte. Die Zahl 280 ist demnach nur deshalb künstlich in 274 umgewandelt worden, weil es darauf ankam, für den partus major eine Ziffer zu erhalten, die möglichst genau drei Vierteln des 365 tägigen Jahres entspricht.^“) Ziemlich ähnliche oder gleiche Annahmen hinsichtlich der Bedeutung der Siebenzahl bei der Entwickelung des Kindes im Mutterleibe und außerhalb desselben nach der Geburt finden sich auch bei den wahrscheinlich in diesem Punkte von der älteren pythagoreischen Schule abhängigen Philosophen Empe- dokles und Hippon von Metapont. So lehrte Empedokles in seinen (fr. 153' Diels b. Theo Smyrn. p. 104, i): rd yoi'i' ßütcfog ()ozti TtXsiovo&ui tv fcbtrd oii tUji v [= 49 Tage, (hg 'Fj[izt()ozXfig ati'iTT£T(a tv roig Iuc^«(uyoig]. Noch genauere Angaben über die einschlagenden Ansichten des Empedokles liefert uns folgende Notiz des Aetios (Diels, Doxogr. p. 433 =■ Vorsokr. p. 176, 21): t/' jtdur/j iunxfovvcu tu er j'eUTyl ovtu; ’Kit !tf:()()KXfjg ijc'i pD' TÖ1V drffpojj'Toj/' u<^y£()iy(u rfjg ()ic(Qd^o(o()£(og (^cjco 51) Vgl. Varro a. a. 0. 8; illam <{uoque vim nuineri huius observatam refert [Varro], quod ante mensem septimum neque inas neque femina salubriter ac secunduni naturam nasei potest et quod ii, tpii iustissime in utero sunt, post ducentos Septuaginta tres [273!] dies, postquam sunt concepti, quadra- gesima denique hebdoniade ita nascuntur. Siehe auch Macrob. in Cic. Somn. Scip. I, 6, 62 fl'., wo die hier einschlagendcn Ansichten des Hippokrates, Straton und Diokles v. Karystos zitiert werden. Diokles fr. 175 b. Oribas. 3, 78, 13 (Dieu.s, Vorsokr. p. 176, 24); s. oben Anm. 49. Alex. Polyh. b. Piog. L. 8, 29: fjOQCpovG&ui TO TTQanov Ttuyev iv {]jÄ£Qcag reGaa^aKOVTa. Ähnlich auch Aristot. h. an. 7, 3 p. 583’’ 14 ff. Ps.-Hippocr. tt. diuCr. cc = I p. 648 A. Mehr b. Hirzel a. a. 0. S. 41 f. 52) Von ganz ähnlicher Willkürlichkeit ist die Theorie des Polybos b. Plut. de plae. phil. 5, 18 (= Doxogr. 42g), der als Frist für die Frühreife des lebens- fähigen Fötus ein halbes Sonnenjahr oder 182^/^ Tage annahiu.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24876562_0043.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)