Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1906
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Credit: Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![schaftliche Praxis lietretfen, könnte freilich uralter Volksaberglaube vorliegen. Schon aus dem bisher Erörterten dürfte mit ziemlicher Klar- heit hervorgehen, wie großartig und vielseitig die Ptolle gewesen sein muß, welche die heilige Sieben in der älteren pythagoreischen Literatur gespielt hat. Dieser Rolle entspricht es durchaus, wenn es in einem bedeutsamen Bruchstücke des Philolaos (Diels, Vorsokr. p. 257) von der Sieben heißt: töti yäo rjyendjv vm\ clgy^rv ajtdvt(iiv, ttfb?, dg, dei oVr, ^loviiiog, dnivrixog, avrog iavroj ö^ioiog, tT£Qog tG)v äXXbiv^^), was Diels so übersetzt: „Sie ist der Führer und Herrscher aller Dinge, Gott, einig, ewig, beharrlich, unbeweg- lich, sich selbst gleich, von allem andern verschieden.“ Wem diese erhabene Stellung, die Philolaos damit der Sieben zahl zuweist, indem er sie offenbar mit Zeus, dem höchsten der Götter, identi- fiziert, verdächtig erscheint, dem möchte ich die Tatsache ent- gegenhalten, daß bereits die Orphiker nach fr. 147 Abel (siehe oben S. 28, A. 41) die Sechszahl (eidg) dem jtatijQ ^lajidQojv yMi avÖQwv gleichgesetzt hatten. Auch daran ist m. E. kein Anstoß zu nehmen, daß nach denselben Gewährsmännern (s. Diels a. a. 0. 257, 9ff. und oben Anm. 43 f.) Philolaos die Siebenzahl gleichzeitig mit Athena®®), der jcccQd'tvog d^n']T0)Q, identifiziert haben sollte, und zwar deshalb, weil die ijidoudg ^lovrj töjv ivrog [«otffuön'] ov yei’vcc ovts yewatai VJt äXXov JtXrjV vith ^lovüöog (Anatol. de decade p. 35 Heiberg). Wer die orphisch-pythagoreischen Identifizierungen der Zahlen von i —10 mit Göttern bei Mko- machos von Gerasa (Phot. bibl. cod. 187 p. 143 ff. Bekk.) kennt, der weiß, daß eine und dieselbe Zahl häufig mehreren ver- schiedenen Göttern gleichgesetzt wurde, deren Charaktere den verschiedenen Eigenschaften der betr. Zahl zu entsprechen schienen, z. B. die ^loväg der Styx und dem Apollon, die Dyas der 58) Vgl. Philo de mundi opiü 100 p. 34, 10 Cohn = pag. 24 Mangey: /h cilxiav [ort. jxovog 6 smcc ovxs yEvväv TXExpvysv ovxe ysvi/cißd'ai] ot dkXoL [?J rpilöooxpoi xov aQi.d'fjibv xovxov i'^o^OLOvGi xy dyyxoQL JSvKy k(iI IlaQd-ivcp, yv xfjg xov -dibg KExpaXyg dvcxcpavyvca Xbyog ot dh nv&ayÖQcioi. tc5 yyspövi xoöv 6V/.iTxdpxco V . . . Mckqxvqex äs yoi xc3 Xoyco xai 0iXoXaog sv xovxoig' ”Eoxi ycip y. X. X. und Jo. Lyd. de mens. 2, 11 p. 74 Roether. 59) auch oben Anin. 43 und 44, wo die Vermutung ausgesprochen i,st, daß auch die Bezeichnung der Siebenzahl als iwvg und vytsia bei Philolaos (Diels, Vorsokr. 244, 45 If. und 245, i ff.) sich auf Athena bezieht.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24876562_0046.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)