Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1906
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Credit: Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![Bei Cato de r. r. 157, i Keil lesen wir folgendes sicher aus altgriechischer Quelle stammendes Lob der 'hrassica Pythagorea’ wie sie dort genannt'wird: Ad salutem temperat commutatque sese semper cum calore, arida, simul et umida et dulcis et amara et acris. Sed quae vocatur s e p t e m bona in commixturam natura omnia haec habet hrassica. Wohl mit Recht nimmt WöLFFLiN (Archiv f. lat. Lexikogr. 9 (1894) S. 343) an, daß die Anschauung von den septem bona der hrassica der Zahlenlehre der Pythagoreer entstamme, an die auch die sieben unechten Bücher des „Numa“ mit pythagoreischen Lehren erinnerten.®^) Zum Verständnis der eigentümlichen Verbindung, in der hier die hrassica einerseits mit der Siebenzahl, anderseits mit der pytha- goreischen Schule steht, füge ich noch Folgendes hinzu. Höchst wahrscheinlich hängt die pythagoreische Ansicht von den septem bona der hrassica mit der von mir bereits in Abh. II, S. 11 be- sprochenen Tatsache zusammen, daß sieben blättriger Kohl (xQaiißy] ejtT(X(pvXXog) nach Hipponax an dem auf den siebenten Tag des ionischen Monats Thargelion fallenden Thargelienfeste dem Apollon Thargelios geopfert zu werden pflegte, wie denn auch sonst mehrfach in Rezepten bei Verordnung von hrassica die siebentägige Frist empfohlen wird.®®) Auch hierin können wir wieder einen deutlichen Beleg für den Zusammenhang, in dem die Lehre des Pythagoras mit dem Apollokult gestanden hat, erblicken. Es liegt die Vermutung nahe, daß in diesem Falle eine ganz persönliche Ansicht und Lebenserfahrung des Pytha- lius etc., rechne (vgl. Schmekel, D. Philos. cl. mittl. Stoa S. 40g ft', und Borg- horst, De Anatolii fontibus. Berl. Diss. 1905 p. 2 und 6 ft'.). 65) Valer. Ant. [vgl. fr. g* PeterJ h. Liv. 40, 29: duo fasces candelis involuti septenos habuere lihros .. . septem Latin! de jure pontificio erant, septem Graeci de disciplina sapientiae, rpiae illius aetatis esse potuit. adicit Antias Valerius Pythagoricos fuisse. Mehr h. Schwegler, Eöm. G. I, 56411. und Zeller, Gesch. d. griech. Philos.^ V S. 71, Anm. i. 66) Cato r. r. 157, 12; Brassica erratica maximam vim habet, si (pieni purgare vclis, pridie ne cenet . . . sorhitione liquida hoc per dies septem dato. Plin. 20, 93: [Silvestrem hrassicamj inflationibus nieder!, melancholicis (pioqiie ac vulneribus recentibus cum melle „ita ne solvantur ante diem scptimurn“ Chrysij)pus auctor est. Plin. 20, 8g: Epicharmus [also ein Pythagoreer!] testium et genitalium malis baue utilissinie imponi asserit. Mau ersieht daraus, daß auch die Arzte der pythagoreischen Schule von der medizinischen Wirkung des Kohles überzeugt waren.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24876562_0049.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)