Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1906
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Credit: Die Hebdomadenlehren der griechischen Philosophen und Ärzte : ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Philosophie und Medizin / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![Menschen; das Wasser in den Flüssen dem Blute [IV] in den Adern, das der Sümpfe entspricht der vesica und dem longabo, das Meer der Feuchtigkeit in den Eingeweiden des Menschen [V]; die Luft aber entspricht dem Atem [VI], der Mond dem Sitz des Verstandes [VII]. [Der Mond gehört aiso mit zur Erde!] 7) Ein jedes fmenschliches) Individuum hat sieben Körper- ^ teile: i. den Kopf, 2. die als Werkzeuge dienenden Hände, 3. die inneren Eingeweide, 4. das sie trennende Zwerchfell (r/-oD’f4), 5. die Ausflußkanäle des veretrum für Urin und Samen, 6. den longabo für die Speisereste, 7. die der Fortbewegung dienenden Beine.®^) 8) Der Kopf selbst ist siebenfach tätig zur Erhaltung des menschlichen Lebens. Denn in ihm findet sich: i. das Einatmen / kalter Luft, wo immer sie Eingang findet, 2. das Ausströmen der Wärme von dem ganzen Körper her, 3. das Erkennen der Gegenstände vermittels der Augen, 4. der Gehörsinn, 5. der Geruchssinn, 6. das Gelangen der Speisen und Getränke mittels [des Mundes und ?] der Luftröhre in den Magen, 7. der Ge- sell mackssinn.**'’) 9) Die Sprache hat sielien Vokale (vgl. Ps.-IIippokr. :it. (hai'r. n' = I p. 645 Kühn). 10) Auch die Seele [d. i. das Prinzip des Lebens] wird in^ sieben Teile geteilt*^: i- fiie Wärme, welche in sieben Tagen 85) Anders, aber älmlich Poseidonios li. Philo de nui. opif. 40 p. 28!'. (y.ecpalrj^ OxiQv«, yccaxi]o^ d ixxal yiifjsg, Öixxui ßüaexg) und Maerob. Somn. Scip. 1, 6, 79 (in aperto quoque YII sunt corporis partes: caput, pectus, inanus, pedesque et pudendiun). Vgl. aucli Philo leg. alleg. I 4 p. 45 M. Meli] de (JDjjttßrog ofjiolcßg Adptäp«' Kecpul)]^ xQÜyi]log, GteQvov, yexQeg, KviUa, ijXQOv, Ttodeg. Eine ganz genaue der oben ini Texte mitgeteilten entsprechende Sieheu- teilung findet sich meines Wissens nirgends, und aucli insofern macht der lietr. Abschnitt hei Ps.-Hippokr. tt. eßd. den Eindnick größter Originalität (und Alter- tümlichkeit!). 86) Einigermaßen entspricht diesem Abschnitte Poseidonios h. Philo a. a. 0. 40 p. 30: övßlv ocp&aljioig, ay.oaxg l'öaig, avloig fivxxTj^og dvOtp, sßäofico ßxöfictxi (ebenso Maerob. a. a. 0. 81: Mart. Cap. Vll, 739). Vgl. auch die nahe verwandten Anschauungen hei Ps.-Hippokr. xc. Öialx. a' I p. 646 [u. 385] K.: öß eitxa Oiijfiäxcov y.ai 1] ai’ad'rjGxg 7; ccv&^o'mcov^ axorj ipöcf'cov, oipig (parfpcüc, plr ddpfjj, ylcoGGa ijdovTjg xal urjdltjg, Gx6[am dialexxov, GO)]ia xpavGiog, a£pp,ov 7) xlJvyQOv xx-uev/xa- xog diigodox eGoj xcu e'gco' dia xovxoiv yvcöGig dii&tiüjxtoiGtii. S. Anm. go. 87) Galen: „Hippokr. steht mit der Ansicht, daß die Seele in sieben Teile zerfalle, nicht allein da; auch Platon und seine Anhänger [sowie die Stoiker] er- ALIiandl d. K. S. Gesellsch. d. Wiaseiiöcb., idiil.-hiat. Kl XXIV. vi. 4](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24876562_0057.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)